Aus für den Werkvertrag – das Ende vom Billigfleisch?

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Die teils prekären Arbeitsbedingungen in der deutschen Fleischindustrie sind schon seit Jahren bekannt. Dennoch brauchte es die Corona-Pandemie, um sie ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Kommt jetzt der Wandel und damit das Ende der Billigfleischproduktion? Darüber diskutiert die Runde bei “Fakt ist!” aus Magdeburg am 15. Juni 2020. Zu sehen ist die Sendung ab 20.15 Uhr im Live-Stream auf MDR.de sowie um 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen.

Hunderte Arbeiter deutscher Schlachthöfe hatten sich im Mai mit dem Corona-Virus infiziert. Seither steht das Beschäftigungsmodell mit billigen Arbeitskräften – vornehmlich aus Osteuropa – in der Kritik. Subunternehmer heuern die oftmals perspektivlosen Menschen in ihrer Heimat an und beschäftigen sie über so genannte Werkverträge in Schlachthöfen in Deutschland.

Arbeit im Akkord steht auf dem Plan – und mit ihr oft Ausbeutung der Arbeitskräfte. Beschäftigte und Gewerkschaften beklagen überlange Arbeitstage, schlechte Bezahlung für den Knochenjob und oftmals unwürdige Wohnverhältnisse. Wer sich wehrt, dem drohen Kündigung und Rauswurf.

Das Beschäftigungsmodell garantiert großen Fleischproduzenten satte Gewinne und den Verbrauchern preiswerte, um nicht zu sagen billige Fleisch- und Wurstwaren. Wohl auch deshalb haben die Arbeitsbedingungen die deutsche Gesellschaft bislang kaum gekümmert, obwohl sie schon lange bekannt sind.

Das soll sich jetzt ändern. Große Teile der Politik machen sich für die Abschaffung der Werkverträge stark – zumindest in der Fleischindustrie. Und natürlich kommt von dort Widerstand. Doch ist unklar, wie es weiterginge, sollte das Aus tatsächlich beschlossen werden.

Wer wird Tiere künftig schlachten und verarbeiten, sollte sich das System tatsächlich ändern? Würde es tatsächlich das Ende vom Billigfleisch bedeuten? Und würden die Verbraucher einen solchen Wandel mittragen? Über diese Fragen diskutiert Anja Heyde mit folgenden Gästen:

· Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordnete,

· Kees de Vries (CDU), Bundestagsabgeordneter und Landwirt aus Zerbst/Anhalt,

· Uwe Ledwig , Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sowie

· Carina Huppertz , Autorin des MDR-Nachrichtenmagazins “exakt”.

Bürgerreporter Stefan Bernschein ist vor Ort in Weißenfels. Er spricht mit Anwohnern und Kritikern des größten Schlachthofes Mitteldeutschlands. Zuschauerinnen und Zuschauer können ihre Fragen und Diskussionsbeiträge vor der Sendung an die Redaktion schicken über die Facebook-Seite von MDR SACHSEN-ANHALT und per Mail an faktist@mdr.de. Zu sehen ist die Sendung schon ab 20.15 Uhr im Live-Stream auf MDR.de, bevor sie um 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt wird.

Pressekontakt:

Thomas Ahrens,
MDR-Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.
(0391) 539 21 21.

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/7880/4621773
OTS: MDR Mitteldeutscher Rundfunk

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