BERLINER MORGENPOST: Zu früh für Euphorie – Leitartikel von Dirk Hautkapp

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Es ist erst wenige Tage her, da stand Donald Trump
– durch das Prisma von US-Leitmedien betrachtet – wieder einmal mit
einem Bein am Abgrund. Er kämpfte, wie so oft, an mehreren Fronten
gleichzeitig, um den Kopf über Wasser zu halten, und suchte nach
radikalen Themenwechseln.

Wie sehr die Maßstäbe bei der Beurteilung der Trump-Performance
ins Rutschen gekommen sind, zeigt das Hyperventilieren nach dem
Friedensgipfel in Korea. Obwohl noch rein gar nichts erreicht ist,
halten Voreilige Trump bereits des Friedensnobelpreises für würdig.
Anstatt die Euphorie zu bremsen und seinen Anteil an den neuen
Chancen ins rechte Verhältnis zu den anderen Beteiligten in Nord- wie
Südkorea zu setzen, fühlt sich der Präsident nur geschmeichelt.

Dabei kann sich schon nach dem Aufeinandertreffen mit Kim Jong-un
schnell Ernüchterung breitmachen. Ein Atom-Deal mit Nordkorea
erfordert noch mehr Präzision, Standhaftigkeit und internationale
Einbindung als das Abkommen mit dem Iran, das Trump gegen den
ausdrücklichen Rat von Macron und Merkel sowie seines eigenen
Verteidigungsministers James Mattis aufzukündigen bereit ist.

Die Zuversicht, dass der notorisch ungeduldige und für komplexe
Zusammenhänge unempfängliche Trump gerade die schwierige
Nordkorea-Materie verantwortungsvoll navigieren kann, ist darum nicht
nachvollziehbar.

Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
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