Corona-Krise: Erste interaktive Online-Kinderbetreuung geht in die nächste Runde

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Große Ideen klingen immer nach ein bisschen Wahnsinn. Aber Kinder online betreuen? Dass das geht, beweist die interaktive Online-Kinderbetreuung des pme Familienservice.

Die Kinder hören gespannt zu, was Lena Jeschke ihnen gerade erklärt. Dann heben alle die Arme und drehen sich im Kreis. Lena ist ihre Ferienbetreuerin während der Osterferien und spielt ein Bewegungsspiel mit ihnen. Das Besondere: Die Kinder sitzen zuhause in ihren Kinderzimmern, jedes alleine vor seinem Bildschirm. „Am Anfang war es schon etwas komisch, die Kinder so zu betreuen. Aber das hat sich schnell gegeben, und ich war überrascht, wie gut es funktioniert. Die Kinder haben sogar Bescheid gegeben, wenn sie mal kurz auf die Toilette mussten“, sagt die Mitarbeiterin des pme Familienservice.

Mehr als 500 Kinder in der ersten Ferienwoche

Seit Wochen sind alle Kitas und Schulen geschlossen, Spielplätze, Zoos und Schwimmbäder gesperrt. Hunderttausende Kinder sind seitdem den ganzen Tag zuhause. Ihre Eltern stehen täglich vor der großen Frage: Wie erledige ich heute meinen Job und halte gleichzeitig mein Kind bei Laune? Und genau das ist die Idee der Online-Kinderbetreuung: Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder zu unterstützen, damit sie ein paar Stunden am Tag in Ruhe arbeiten können. Dass die Anmeldungen so hoch ausfallen, hätten selbst Martina Mann und Astrid Lethert nicht erwartet, die das virtuelle Programm entwickelt haben. „Es haben sich bereits in der ersten Ferienwoche 500 Kinder angemeldet“, sagt Lethert, Leiterin des pme Familienservice-Standorts Köln. Insgesamt waren es 1.100 Anmeldungen in den zwei Ferienwochen.

„Ich denke, am Ende der Woche werden wir alle gute Freunde sein“

Wie kann zwischen den Kindern und der Betreuerin eine persönliche Beziehung aufgebaut werden, wenn alles digital abläuft? Wenn jeder alleine vor seinem Bildschirm sitzt? Die Lösung lag nahe: kleine Gruppen mit höchstens sechs Kindern und einer festen Ferienbetreuungsperson. Das Konzept ging auf, erste Freundschaften zwischen den Kindern sind schon entstanden. Statt kleinen Zettelchen, die man heimlich der besten Freundin durch den Klassenraum zuwirft, schreibt man sich hier im Chat. „Ich war überrascht, wie schnell sich die Kinder gut verstanden haben“, sagt Michael Christmann, der eine Gruppe von Kindern zwischen neun und 12 Jahren betreut. „Wir haben viel geredet und uns Witze erzählt. Ich denke, am Ende der Woche werden wir alle gute Freunde sein“. Auch bei der sechsjährigen Lena sind anfängliche Berührungsängste schnell verflogen: “Also ich war am Anfang sehr aufgeregt. Das war alles so neu für mich. Aber dann war ich nicht mehr aufgeregt und habe mich jedes Mal darauf gefreut. Die Wochen davor waren sehr langweilig für mich, ich musste mit meiner Schwester alleine spielen. Diese Woche war gar nicht langweilig“.

Über 200 Arbeitgeber haben das Angebot angenommen

Die Feuerprobe hat das Ferienprogramm in der ersten Osterwoche mit Bravour gemeistert. „Die Eltern waren total begeistert, und die Kinder fragten schon nach der ersten Ferienwoche, ob es weitergeht“, sagt Think Tank-Leiterin Martina Mann vom pme Familienservice. „Wir haben unser digitales Betreuungsangebot für Kinder über die Ferien hinaus angepasst und verlängert“.
„Ein großes Dankeschön an Sie und das ganze Team, das innerhalb sehr kurzer Zeit dieses Online-Alternativprogramm auf die Beine gestellt hat. Ich habe selten zwei Stunden so konzentriert arbeiten können.“ Anke L., Sohn 7 Jahre

Hier ein paar Facts:
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• Insgesamt 1.100 Anmeldungen in beiden Osterferienwochen
• Über 200 Arbeitgeber haben die Online-Kinderbetreuung für ihre Mitarbeiter*innen bislang gebucht
• 100 virtuelle Kleingruppen à 6 Kinder mit jeweils 1 Betreuer*in
• 2 Großgruppenevents pro Betreuungstag mit vielen verschiedenen Künstler*innen
• 100 Kinderbetreuer*innen insgesamt, 1 Kinderbetreuerin sogar aus Neuseeland zugeschaltet
• 50 IT-Supporter des pme Familienservice standen am ersten Tag den Familien und Betreuer*innen von Anfang bis Ende zur Seite
• 20 IT-Supporter sorgten jeden weiteren Tag für einen reibungslosen Ablauf
• Extra Support-Hotline für Eltern

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