Der “Grüne Knopf”: Menschenrechtler kritisieren Fairwashing und fordern gesetzliche Reglung

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Am heutigen Montag stellt
Bundesentwicklungsminister Müller in Berlin den “Grünen Knopf” vor.
Das Textilsiegel soll laut BMZ eine Antwort auf die Unglücke mit
hunderten Toten und Verletzten in asiatischen Textilfabriken sein.
Die Menschenrechts- und Hilfsorganisation medico international übt
gemeinsam mit pakistanischen Partnerorganisationen scharfe Kritik an
der Initiative.

Statt auf eine dringend nötige gesetzliche Reglung setze der
“Grüne Knopf” auf Freiwilligkeit und sei daher praktisch wirkungslos.
“Mit den Tragödien von Ali Enterprises und Rana Plaza war die Zeit
für freiwillige Selbstverpflichtungen der Weltmarktunternehmen
endgültig abgelaufen. Wollen wir das Leben unserer Arbeiterinnen und
Arbeiter retten, müssen wir die Unternehmensmacht dem Menschenrecht
und das Konzernmanagement dem Strafrecht unterstellen”, so Zehra
Khan, eine der Sprecherinnen der “Überlebenden und Hinterbliebenen
des Ali Enterprise-Feuers” aus Pakistan.

“Minister Müller betreibt Schaufensterpolitik, statt endlich das
Gesetz auf den Weg zu bringen, das sein eigenes Haus erarbeitet hat.
Das würde die unerträglichen Verhältnisse in Südasiens Textilfabriken
wirklich ändern”, so Dr. Thomas Seibert, Referent für Menschenrechte
bei medico international. “Der –Grüne Knopf– ist das Resultat davon,
dass sich eine Koalition aus Wirtschaftsministerium und
Wirtschaftsverbänden durchgesetzt hat.”

Der ursprüngliche Entwurf eines “Nachhaltigen
Wertschöpfungskettengesetzes” des BMZ sah vor, deutsche Unternehmen
mit hohen Bußgeldern und dem Ausschluss von öffentlichen Aufträgen zu
bestrafen, wenn sie bei ihren Auftragnehmern im globalen Süden nicht
die Menschenrechte und die internationalen Arbeitsrechte einhalten.

Hintergrund:

medico international begleitet seit 2012 die Überlebenden und
Hinterbliebenen sowohl der Ali Enterprise-, als auch der Rana
Plaza-Tragödie. Gemeinsam mit dem European Center for Constitutional
and Human Rights hat medico international außerdem die Klage von vier
Überlebenden gegen KiK begleitet.

https://www.medico.de/kampagnen/textil/

Pressekontakt:
Rückfragen und Interviewwünsche
Dr. Thomas Seibert, Referent für Menschenrechte
+49 (0)160 97 55 73 50
seibert@medico.de

Mario Neumann, Pressereferent
+49 (0)179 88 78 538
neumann@medico.de

Original-Content von: medico international, übermittelt durch news aktuell

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