Deutsche finden Entwicklungshilfe wirksam, aber nur wenige wollen dafür spenden / YouGov-Umfrage der SOS-Kinderdörfer (FOTO)

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In Sachen Entwicklungshilfe sind die Bundesbürger zwiegespalten:
Einerseits sind über zwei Drittel der Meinung, dass Entwicklungshilfe
die Verhältnisse in armen Ländern verbessert. Andererseits spenden
immer weniger Deutsche für Hilfe im Ausland. Zu diesem Ergebnis kommt
eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der SOS-Kinderdörfer
weltweit. Dabei ist die Entwicklungszusammenarbeit vor Ort
ausgesprochen wirksam.

69 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass Entwicklungshilfe
die Verhältnisse in armen Ländern verbessert. Und 68 Prozent finden,
dass Entwicklungshilfe Pflicht eines wohlhabenden Staates sei, ergibt
die Umfrage der YouGov Deutschland GmbH.

Dennoch spenden nur acht Prozent der Befragten für internationale
Entwicklungshilfe. Gut jeder Dritte (37 %) spendet dagegen
grundsätzlich nicht, mit zunehmender Tendenz. Als Gründe geben die
Nicht-Spender an, Deutschland habe selbst genug Probleme, um die es
sich kümmern müsse – dazu gehören nach Ansicht der Befragten in
erster Linie die Themen Pflege, Rente, Gesundheitswesen, Bildung und
Armut. Auch stellen viele Nicht-Spender die kritische Frage nach der
Wirksamkeit von Entwicklungshilfe (53 %).

Studie zur Wirksamkeit von Entwicklungshilfe

Hier haken die SOS-Kinderdörfer weltweit ein: „Menschen, die einen
freiwilligen Beitrag leisten, sollten wissen, was ihre Spende
bewirkt“, sagt der Vorstandsvorsitzende der SOS-Kinderdörfer
weltweit, Wilfried Vyslozil, in München. Und erklärt:
„Entwicklungszusammen-arbeit ist – richtig eingesetzt – sehr
wirksam.“ Die Hilfsorganisation führt zur Bestätigung eine neue,
eigens durchgeführte Wirksamkeits-Studie an: Die SOS-Kinderdörfer
wollten wissen, welche Wirkung die investierten Spenden vor Ort
wirklich entfalten.

Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group wertete dazu die
Arbeit der SOS-Standorte in Äthiopien, Elfenbeinküste, Senegal,
Swasiland, Tansania und Togo aus. In Summe ergab sich dabei
langfristig ein Faktor von 1 zu 14 – jeder investierte Spenden-Euro
brachte vor Ort also einen gesellschaftlichen Nutzen von 14 Euro.

Hilfe wirkt bis in die nächste Generation

Der Wirksamkeits-Bericht der SOS-Kinderdörfer ergab zudem, dass
mit jedem Kind, das ins Programm aufgenommen wurde, zehn weitere
Personen aus dessen Umfeld erreicht werden konnten. Dabei wirkt die
Hilfe langfristig: Die nächste Generation hat ebenfalls sichere
Einkommen und Lebensverhältnisse und benötigt in der Regel keine
Unterstützung mehr. Untersucht wurde das Leben ehemaliger
Unterstützter und deren Kinder auf Wirkungsindikatoren wie Versorgung
mit Lebensmitteln, sichere Unterkunft, Bildung, Einkommen, Gesundheit
etc.

„Gezielte Entwicklungszusammenarbeit ist die beste Methode, um
Armut zu bekämpfen – besonders, wenn sie bei Bildung und
Beschäftigung von Jugendlichen ansetzt“, sagt Vyslozil und verweist
auch auf die massive Aufstockung des Etats des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für das Jahr
2019. „Laut unserer Umfrage wünschen sich 82 Prozent der Bundesbürger
hier verstärkt Partnerschaft statt bloß Hilfe. Jeder Euro trägt zum
Gelingen bei, wenn er für Hilfe zur Selbsthilfe eingesetzt wird.“

Afrika ist von jeher ein Schwerpunkt der SOS-Kinderdörfer – die
Organisation engagiert sich in 47 Ländern des Kontinents. Unzählige
Kinder leiden hier unter Hunger, Kriegen oder Krankheiten. Sie
wachsen ohne Eltern und in Armut auf. Durch den Einsatz von
staatlicher und privater Entwicklungshilfe hat sich die Situation für
Afrikas Kinder deutlich verbessert – so ist laut UN seit dem Jahr
2000 die Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren südlich der
Sahara um fast die Hälfte gesunken. Der Anteil der mangelernährten
Kinder ist heute um ein ganzes Drittel niedriger.

Über die Umfrage

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov
Deutschland GmbH, an der 1.506 Personen zwischen dem 24. und 29.
Oktober 2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind
repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Pressekontakt:
Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
E-Mail: louay.yassin@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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