Erste Hilfe zur Lösung von Konflikten

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POHNSDORF (hh). Im Juli 2012 ist das Mediationsgesetz in Kraft getreten. Es soll Konfliktpartnern dabei helfen, ihren Zwist selbstbestimmt zu lösen und die Gerichte entlasten. Um Streitigkeiten zwischen Lübeck und Kiel kompetent außergerichtlich begleiten zu können, haben sich jetzt acht Mediatorinnen und Mediatoren zum Förderverein MEDIATION HOLSTEINISCHE SCHWEIZ e.V. zusammengeschlossen.

„Für fast alle Fälle stehen die Experten als Ansprechpartner für die Bevölkerung zur Verfügung“, sagt Herbert Hofmann von :Mediator online, erster Vorsitzender des jungen Vereins. Die Konfliktvermittler helfen beispielsweise bei Dissonanzen in Wirtschaft und Arbeit, Familie und Partnerschaft, bei Erbstreitigkeiten oder Konflikten zwischen Nachbarn sowie im sozialen oder öffentlichen Bereich. „Unsere Büros finden sich in Bad Segeberg, Trappenkamp, Dersau, Pohnsdorf OT Sieversdorf, Lübeck und Heikendorf“, ergänzt Mediator und zweiter Vorsitzender Thomas Meissner, „so dass bei schwierigen Situationen im Alltag schnell erste Hilfe geleistet werden kann.“

Viele Argumente sprechen für eine Mediation. Die Konfliktparteien können durch das einfache Verfahren Zeit und Geld sparen. Auch bestimmen sie einvernehmlich die Ergebnisse und erhalten so bestehende Beziehungen in Familie, Freundeskreis, im öffentlichen Raum und in der Firma. Gemeinsam arbeiten die Medianten an einer Lösung für eine positive Zukunft. Sie unterschreiben am Ende des Einigungsprozesses eine Abschlussvereinbarung, die Bestand hat. „Mediation hilft gegen große Aktenstapel, teure Prozesse und ungewisse Gerichtsurteile“, erklärt Mediator Immo Porsche, der außerdem als Rechtsanwalt arbeitet. Seine Frau Kathrin Porsche ergänzt: „Schon faszinierend, wie Mediation auch alte Konflikte klärt und die Lebensqualität verbessert.“

Klar strukturiertes Verfahren

Die Mediation ist ein klar strukturiertes Verfahren. Ziel der Mediation ist es, für alle Beteiligten vorteilhafte Lösungen zu finden. Das heißt, Konflikte werden gemeinsam bearbeitet, wobei die Konfliktparteien für die Inhalte und das Ergebnis der Mediation verantwortlich sind und der Mediator für den Prozess, den ordnungsgemäßen Ablauf der Mediation. In der Regel bedarf eine Mediation einiger Sitzungen, in denen sechs Phasen durchlaufen werden. „Es gibt sehr produktive und spannende Phasen in der Mediation, und es beeindruckt mich immer wieder, wie zufrieden die Konfliktbeteiligten wirken, wenn sie sich erfolgreich für ihre Interessen eingesetzt und einen Konsens erreicht haben“, sagt die stellvertretende Vorsitzende, Mediatorin und Paarberaterin Ute Schultze aus Bad Segeberg.

Streit basiert häufig auf unterschiedlichen Wahrnehmungen, Missverständnissen oder – oft nur vermeintlich – verschiedenen Interessen. Vielfach wissen die Betroffenen nicht, wie sie ihren Konflikt lösen können. Es bleibt dann scheinbar nur der Gang zum Anwalt oder der Gerichtsstreit, womit die Kontrahenten die Kontrolle über das Verfahren und dessen Ausgang weitgehend aus der Hand geben. Das ist zeitaufwändig, teuer und nervenaufreibend. In vielen Fällen ist eine Mediation das geeignetere Mittel der Wahl. „Beispielsweise haben erfolgreiche Führungskräfte ebenso viele Konflikte wie andere – sie lösen sie nur anders“, beschreibt Mediator und Vereinsschriftführer Gerhard Reis aus Dersau seine Erfahrungen.

Gesetz fördert Mediation

Das hat auch der Gesetzgeber erkannt. Einer Richtlinie des Europäischen Parlaments folgend und um die Gerichte zu entlasten, ist in Deutschland am 26. Juli 2012 das Mediationsgesetz in Kraft getreten. Gefördert werden sollen damit die Mediation und andere Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung. Fraglich ist, ob dieses Ziel umfänglich mit dem neuen Gesetz erreicht werden kann: Beispielsweise ist darin keine Mediationskostenhilfe vorgesehen, während weiterhin Prozesskostenhilfe gewährt wird. Allerdings unterscheidet das Gesetz zwischen „Mediatoren“ und „Zertifizierten Mediatoren“. Kunden bekommen damit einen Maßstab an die Hand, einen qualifizierten Mediator, der dann auch zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, zur Klärung ihrer Konflikte zu finden. So gesehen begrüßt der Mediator, Vereinskassenwart und Volljurist Arndt Wellm aus Heikendorf das neue Gesetz. Es schafft einen sicheren und zeitgemäßen Rahmen für selbstbestimmte Konfliktlösungen auch abseits althergebrachter Institutionen. Er sagt: „Viele Menschen sind sich gar nicht darüber bewusst sind, dass die gesetzliche Konzeption in Deutschland grundsätzlich von der Regelungsbefugnis des Einzelnen im zivilrechtlichen Bereich ausgeht, der sogenannten Parteiherrschaft. Das heißt, die Menschen können, sollen und dürfen ihr privatrechtliches Leben selbst bestimmen und gestalten. Die Gerichte sollen hier nur im Extremfall entscheiden. Daher ist“, so Wellm, „die Mediation die Überwindung der Furcht vor der Freiheit.“

Förderverein MEDIATION HOLSTEINISCHE SCHWEIZ e.V. stellt sich vor

Der Förderverein MEDIATION HOLSTEINISCHE SCHWEIZ e.V. wird sich der Öffentlichkeit am 18. April 2013 um 18 Uhr auf Gut Wittmoldt vorstellen. Interessierte sind herzlich eingeladen, um sich umfassend über Mediation zu informieren. Geboten werden Vorträge, Wissenswertes über die Mediation sowie viele persönliche Gespräche mit den Vereinsmitgliedern in lockerer Atmosphäre bei kleinen Erfrischungen und Stärkungen. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldungen unter info@mediation-hs.net oder telefonisch unter der Nummer 04342 7880439 wird gebeten.

Mehr Information gibt es auf www.mediation-hs.net

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