Innovation der Woche Nr. 06: Transporträder entlasten den Verkehr

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Lastenfahrräder sind das alltägliche Gefährt vieler Fahrradkuriere und in Großstädten längst selbstverständlicher Teil des Straßenverkehrs. Dort transportieren sie auch größere Ladungen emissionsfrei, geräuscharm und platzsparend an vielen Staus vorbei. Eine Initiative möchte die Bekanntheit von Cargobikes in ganz Deutschland steigern und sie noch mehr Menschen zugänglich machen.

Dafür hat die ‚Transportrad Initiative Nachhaltiger Kommunen‘ (TINK) in zwei Pilot-Kommunen öffentliche Mietsysteme für Lasten-Fahrräder etabliert. In Konstanz und Norderstedt stehen allen registrierten Nutzern jeweils 24 Räder an mindestens zwölf Stationen zur Verfügung. Die Ausleihe erfolgt per Telefon, Internet oder Smartphone-App, in Norderstedt zusätzlich an Terminals vor Ort und wird stundenweise abgerechnet. Maximal kostet die Ausleihe neun Euro für 24 Stunden – wer es nicht täglich braucht spart so neben Platz auch Geld gegenüber dem Kauf eines Cargobikes.

Zwei verschiedene Fahrradmodelle stehen den Nutzern zur Verfügung. Eines mit zwei Rädern, das 80 kg Ladung trägt und Platz für zwei Getränkekisten oder zwei Kinder bis 6 Jahre bietet. Das andere ist dreirädrig und dementsprechend etwas breiter. Dafür fasst es bis zu 100 kg, vier Getränkekisten oder Kinder und ist auch für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ein sicheres Verkehrsmittel. Die Transportkisten beider Modelle verfügen über Klappsitze und Sicherheitsgurte. Darin bringen Radfahrer den Nachwuchs sicher in der die Kita, Großeinkäufe nach Hause oder Umzugskisten in die neue Wohnung. So ersetzt das Transportrad das Auto oder sogar einen Transporter und die oft schwierige
Parkplatzsuche entfällt komplett.

Seit Sommer 2016 läuft das Modellprojekt für mindestens zwei Jahre, die Zwischenbilanz fällt in beiden Städten positiv aus. In Konstanz wurde das Ziel von 1.500 registrierten Nutzern nach zwei Jahren bereits nach sechs Monaten übertroffen. In Norderstedt verzeichnete man bis Februar 2017 knapp 400 Ausleihen und über 1.000 Nutzungsstunden. Zudem gewann TINK dieses Jahr beim Deutschen Fahrradpreis den 1. Platz in der Kategorie ‚Service‘. Eine wissenschaftliche Studie begleitet das Projekt während der gesamten Laufzeit und erstellt anhand der Erkenntnisse einen Leitfaden. Dieser wird Handlungsempfehlungen enthalten, damit künftig in noch mehr Kommunen wirtschaftliche und umweltfreundliche Transportrad-Mietsysteme entstehen.

Die Reihe „Innovation der Woche“ stellt in 20 Teilen besondere Projekte der „Landkarte der innovativen Orte“ vor. Beide sind Teil der Jubiläumskampagne „200 Jahre Fahrrad – made in Germany“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Weitere Informationen unter: www.bmvi.de/Fahrrad

Das Projekt:
TINK setzt sich zusammen aus den Städten Konstanz und Norderstedt, der ‚e-fect dialog evaluation consulting eG‘ (Projektleitung und umweltpsychologische Begleitung) und dem ‚InnoZ, Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel‘ (verkehrswissenschaftliche Begleitung). Bereitstellung und Wartung der Transporträder erfolgt in Konstanz durch ‚Fahrradspezialitäten‘, in Norderstedt durch ‚nextbike‘. Das Projekt wird mit Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 (NRVP) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert, die gesamte Laufzeit beträgt drei Jahre bis Ende Juli 2018.

Über die Kampagne 200 Jahre Fahrrad – made in Germany
Seit 200 Jahren gehört das Fahrrad zu den schönsten Arten der Fortbewegung. Es steht für individuelle Freiheit, unabhängige Fortbewegung, gesunde Mobilität und unbegrenztes Fahrvergnügen. Das liegt auch an den vielen Innovationen – made in Germany. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur feiert #200JahreFahrrad mit einer Jubiläumskampagne, die Fahrfreude mit Erfindergeist verknüpft. Auf der Landkarte der innovativen Orte präsentiert sie Unternehmen, Forschungsprojekte und Fahrrad-Initiativen, die mit ihren Innovationen täglich die Zukunft des Fahrrads mitgestalten. Darüber hinaus ist die Kampagne im Sommer dieses Jahres mit einer Foto-Mitmachaktion auf verschiedenen Fahrrad-Events in Deutschland vertreten.
Weitere Informationen zur Kampagne auf www.bmvi.de/Fahrrad

Kontakt
Kampagnenbüro „200 Jahre Fahrrad“
Tel.: 030 700186-404
Fax: 030 700186-294
E-Mail: ber-200jahrefahrrad@s-f.com
www.bmvi.de/Fahrrad

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