Klarer Kurs im Kampf gegen den Klimawandel gefordert / Brot für die Welt legt Jahresbilanz vor – Viertbestes Spendenergebnis seit Gründung – Klimawandel lässt Hungerzahlen ansteigen

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Angesichts steigender Hungerzahlen mahnt Brot für
die Welt mehr Einsatz gegen den Klimawandel an. Zum dritten Mal in
Folge hat sich die Zahl der weltweit Hungernden erhöht auf jetzt 821
Millionen Menschen. Eine Hauptursache ist der weltweite
Temperaturanstieg. Extremwetterereignisse, Überschwemmungen und
Dürren vernichten immer öfter die Lebensgrundlage vieler Menschen und
untergraben Chancen auf Entwicklung. Cornelia Füllkrug-Weitzel, die
Präsidentin von Brot für die Welt, sagt: „Die Folgen des Klimawandels
treffen vor allem die Menschen, die den Klimawandel am wenigsten
verursacht haben, und sie treffen sie in ihrer Existenz. Sie verfügen
über die wenigsten Ressourcen, müssen aber gigantische Kosten tragen,
um Katastrophen zu bewältigen und ihre Lebens- und Wirtschaftsweise
den neuen Bedingungen anzupassen.“ Internationale Unterstützung von
den Verursachern des Klimawandels bekommen sie dabei nur ungenügend.

Um den weltweiten Temperaturanstieg zu begrenzen, ist eine
schnelle Senkung der CO2-Emissionen der zentrale Hebel. Es braucht
ein Klimaschutz-Sofortprogramm und einen verbindlichen Reduktionspfad
für alle Sektoren, sowie eine ehrliche Bepreisung aller
CO2-Emissionen und einen zügigeren Einstieg in den Kohleausstieg.
„Dass die Ausstiegs- und Veränderungsszenarien sozial, fair und
gerecht gestaltet werden müssen, ist für uns keine Frage. Das gilt
sowohl im eigenen Land wie weltweit“, so Füllkrug-Weitzel. „Die
Bundesregierung muss endlich einen klaren Kurs einschlagen. Die
Kosten des Klimawandels, die weltweit und bei uns entstehen, wenn
nichts getan oder weiter gezaudert wird, werden von der Politik
ausgeblendet. Je weniger wir heute gegen den Klimawandel tun, umso
teurer kommt er alle zu stehen.“

Mit Blick auf die Debatte um die Seenotrettung sagte
Füllkrug-Weitzel bei der Präsentation der Jahresbilanz in Berlin:
„Dass man Menschen auf dem Weg nach Europa absichtsvoll, nämlich zur
Abschreckung, sterben lässt, ist ein humanitäres Armutszeugnis für
die EU. Damit verrät sie die Werte und Ziele, um deretwillen sie
gegründet wurde. Es bedurfte der Zivilcourage der jungen Kapitänin
Rackete, dass wenigstens eine gesellschaftliche Debatte über
Migration und Menschlichkeit angestoßen wurde.“ An die
Bundesregierung gerichtet sagte sie: „Die Kooperation mit der
libyschen Küstenwache muss beendet werden. Lassen Sie nicht länger
zu, dass Bootsflüchtlinge völkerrechtswidrig an ihre Peiniger in
libyschen Lagern zurücküberstellt werden, wo ihnen jeglicher Schutz
verweigert wird.“

Einnahmen und Ausgaben

Brot für die Welt hat die Spenden und Kollekten im vergangenen
Jahr um 1,8 Millionen Euro oder 2,9 Prozent auf 63,6 Millionen Euro
steigern können. Das ist das viertbeste Spendenergebnis seit der
Gründung des evangelischen Hilfswerks vor 60 Jahren.

Neben Spenden und Kollekten erhielt Brot für die Welt Mittel des
kirchlichen Entwicklungsdiensts (55,7 Mio. Euro) sowie staatliche
Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ; 168,3 Mio. Euro). Insgesamt standen Brot für die
Welt 307 Millionen Euro (2017: 282 Mio. Euro) zur Verfügung. Das ist
ein Plus von knapp neun Prozent.

Brot für die Welt hat 2018 auch mehr Mittel für die weltweite
Arbeit eingesetzt: Die Ausgaben stiegen gegenüber dem Vorjahr um 27,8
Millionen Euro oder zehn Prozent auf rund 305 Millionen Euro an. Neu
bewilligt wurden 726 Hilfsprojekte, darunter haben Projekte zur
Ernährung und ländlichen Entwicklung den größten Anteil. Hier spielt
die Anpassung an den Klimawandel eine zunehmend wichtige Rolle. Auf
Projektausgaben entfielen insgesamt 91,2 Prozent aller Mittel. Die
Ausgaben für Verwaltung lagen bei 6,2 Prozent, für Werbung und
allgemeine Öffentlichkeitsarbeit wurden 2,6 Prozent der Mittel
aufgewendet.

Brot für die Welt ist das Hilfswerk der evangelischen Landes- und
Freikirchen. Einschließlich der neu bewilligten Projekte förderte das
evangelische Hilfswerk im vergangenen Jahr mehr als 1500 Projekte in
90 Ländern.

Zahl der Hungernden:

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO waren im
vergangenen Jahr 821 Millionen Menschen unterernährt. Das bedeutet
einen Anstieg um knapp 10 Millionen Menschen gegenüber dem Vorjahr.
Ursachen sind vor allem Klimaveränderungen, Kriege und die Folgen der
Wirtschaftskrise 2008/2009. Damit entfernt sich die Weltgemeinschaft
von ihrem in der Agenda 2030 gefassten nachhaltigen Entwicklungsziel,
den Hunger bis 2030 zu beenden.

Hinweis für Redaktionen:

Für Ihre Recherche steht eine digitale Pressemappe mit dem
Jahresbericht, Pressefotos, (interaktiven) Infografiken und Downloads
bereit: www.brot-fuer-die-welt.de/bilanz Eindrücke von der
Jahres-Pressekonferenz auf Twitter @BROT_furdiewelt, #brotbilanz

Footage: Zur Projektarbeit von Brot für die Welt bieten wir
Bewegtbild zum Thema Fairer Handel am Beispiel Bananenbauern in Peru
an. https://mediapark.brot-fuer-die-welt.de/footage/

Pressekontakt:
Renate Vacker, renate.vacker@brot-fuer-die-welt.de
Tel.: 030 65211 1833 oder 0174 3020158

Original-Content von: Brot für die Welt, übermittelt durch news aktuell

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