Kölnische Rundschau zur Corona-Entwicklung

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Drahtseilakt

Sandro Schmidt zur Entwicklung bei Corona

Die kalte Jahreszeit hat noch gar nicht und die Herbstferien haben mit ihren zahlreichen Urlaubern erst gerade begonnen. Doch die Zahl der Corona-Infizierten steigt auf Besorgnis erregende Weise, innerhalb Deutschlands vor allem in NRW. Dabei sind die hiesigen Sieben-Tage-Inzidenzien im Vergleich zur  aktuellen Lage in Nachbarländern wie Frankreich, den Niederlanden, Spanien oder Polen noch auf niedrigem Niveau. Vor allem auch deswegen, weil sich die weit überwiegende Zahl der Bundesbürger  diszipliniert an die von der Politik formulierten Beschränkungen hält, sich den Teilerfolg also hart erarbeitet hat. Doch auch hierzulande  zeigt die Entwicklung, dass wir erneut an einem kritischen Punkt angekommen sind. Um so ärgerlicher ist es, wenn immer wieder einige  wenige, häufig jüngere  Leute das Infektionsgeschehen durch leichtfertiges verantwortungsloses Verhalten anheizen und damit Mitmenschen gefährden. Man kann dies auch asozial nennen. Und die Politik? Reagiert sie, wie ihr immer häufiger vorgeworfen wird, zu hektisch? Reguliert sie zu viel? Zunehmend wächst Kritik an ständig neuen Beschränkungen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet versucht nun seit gestern, übermäßiger Differenzierung entgegenzuwirken. Wie  zuvor der Virologe Christian Drosten und Bayerns Regierungschef Markus Söder  plädiert Laschet für  mehr einheitliche Regelungen – auch bundesweit. Das trifft nicht überall auf Zustimmung. Zum Beispiel beschweren sich nun Gastronomen im Corona-Hotspot Köln heftig, nachdem gerade vor drei Tagen in der Stadt  nach Überschreitung der Grenzwerte ein differenziertes Vorgehen vereinbart worden war. Zugleich gab es am Wochenende auch heftigen Ärger  um das kurzfristig erlassene Beherbergungsverbot für Urlauber aus Risikogebieten in Ferienregionen, gerade weil hier eine differenzierte Regelung in den Bundesländern Verwirrung stiftet. Das richtige Maß zu finden ist ein Drahtseilakt. Einerseits wird es  Menschen kaum zu vermitteln sein, warum sie sich an wie nun für das gesamte NRW erlassene schmerzhafte Einschränkungen halten sollen, nur weil andernorts die Infektionszahlen  gerade hoch sind. Andererseits schaffen – wie sich beim Beherbergungsverbot zeigt – zu differenzierte Lösungen Unmut. Beides kann im Ergebnis dazu führen, dass immer mehr Bürger auch dringend notwendige Einschränkungen nicht mehr einsehen und – schlimmer noch – nicht mehr  einhalten. Eine solche Entwicklung wäre allerdings verheerend. Denn für eine erfolgreiche Eindämmung des Virus sind am Ende nicht nur die richtigen politischen Vorgaben entscheidend, sondern vor allem das Verhalten jedes Einzelnen. Vernunft, Durchhaltevermögen und Verantwortungsbereitschaft, zeitweiser  Verzicht auf lieb gewonnene Gewohnheiten und Freizeitbeschäftigungen: nur so ist der Geißel Corona beizukommen.

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