Krise im Kongo: Immer mehr Kindersoldaten, Kinderarbeiter und Kinderbräute – eine erschreckende Bilanz zum Unabhängigkeitstag der Demokratischen Republik Kongo am 30. Juni

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Tausende Kindersoldaten, Millionen Kriegswaisen
sowie Kinderbräute und unterernährte Kinder: Die Lage der Kinder in
der Demokratischen Republik Kongo könnte an deren Unabhängigkeitstag
am 30. Juni kaum schlimmer sein. Während die Kämpfe in dem
zentralafrikanischen Staat weitergehen und schon über eine Millionen
Menschen zur Flucht zwang, leiden die kongolesischen Kinder am
meisten: „Es gibt immer mehr Kriegswaisen: Über vier Millionen haben
in den letzten 20 Jahren mindestens einen Elternteil verloren. Viele
von ihnen landen alleine auf der Straße“, berichtet Louay Yassin,
Sprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.

Die Konsequenz: Sie werden als Kindersoldaten rekrutiert oder sind
gezwungen, zu arbeiten. „Etwa jedes dritte Kind im Kongo muss kämpfen
oder arbeiten. Häufig werden die Kinder auch als Spione benutzt“, so
Yassin. Dabei würden auch immer mehr Mädchen als Soldaten eingesetzt:
Rund 40 Prozent der Kindersoldaten im Kongo sind weiblich. Darüber
hinaus werden junge Frauen immer häufiger sexuell missbraucht sowie
zwangsverheiratet: „Hunderttausende wurden bereits Opfer von
Vergewaltigungen. Über ein Drittel der Mädchen wird zudem vor dem 18.
Lebensjahr verheiratet. Die Folgen sind ebenfalls sexueller
Missbrauch, Risikoschwangerschaften und häusliche Gewalt“, berichtet
Yassin.

Weitere Probleme für Kongos Kinder sind die schlechte medizinische
Versorgung sowie der Mangel an Nahrung: Rund 100 Todesfälle kommen
auf 1.000 Geburten. Zudem stirbt jedes sechste Kind vor seinem
fünften Geburtstag. Dabei sind Durchfall- und Atemwegserkrankungen,
Malaria und Mangelernährung die häufigsten Todesursachen. „Mindestens
sechs Millionen Kleinkinder haben nicht genug zu essen“, sagt Yassin.

Die SOS-Kinderdörfer fordern die internationale
Staatengemeinschaft auf, nicht länger die Augen vor der
katastrophalen Lage der Kinder im Kongo zu verschließen. Die Kinder
müssen geschützt und ihre Rechte geachtet werden. Die
SOS-Kinderdörfer sind seit 1987 in der Demokratischen Republik Kongo
aktiv. In drei SOS-Kinderdörfern finden unter anderem Kriegswaisen
ein Zuhause. Die SOS-Sozialzentren stärken Familien, um ihnen zu
finanzieller Unabhängigkeit zu verhelfen. So wird verhindert, dass
die Eltern ihre Kinder zum Arbeiten oder Betteln schicken. In
Jugendeinrichtungen und einem SOS-Ausbildungszentrum erhalten junge
Menschen im Kongo Bildung, Halt und damit eine Zukunftsperspektive.

Pressekontakt:
Weitere Informationen:
Louay Yassin
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Ridlerstr. 55
80339 München
089 17914 259
louay.yassin@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderd?rfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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