Kulturen: Kinder indigener Völker bedroht

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Ausgegrenzt und diskriminiert: Bis heute werden
nach Angaben der SOS-Kinderdörfer weltweit Millionen Kinder indigener
Herkunft ihrer Rechte auf Überleben, Bildung, Schutz und Beteiligung
beraubt. „Indigene Völker stellen weltweit nur noch fünf Prozent der
Bevölkerung, aber 15 Prozent der in Armut lebenden Menschen. Und
während ihre Lebensräume weiter schrumpfen, wächst gleichzeitig ihre
Entrechtung“, sagt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer
weltweit.

Die Folgen für die Kinder seien dramatisch. Vor allem sie litten
unter einem Mangel an adäquater Gesundheitsversorgung, Nahrung und
Schulbildung – extreme Armut und Kindersterblichkeit breite sich
sogar aus.

Die Bemühungen der Vereinten Nationen hätten weltweit das
Bewusstsein um die die Benachteiligung indigener Völker zwar
geschärft, doch bis heute seien die Verpflichtungen der
Mitgliedsstaaten, die Rechte der betroffenen Menschen in ihren
jeweiligen Ländern aktiv umzusetzen, nicht eingelöst. Die Kinder von
rund 5000 indigenen Völkern seien nach wie vor von Diskriminierung
und Armut betroffen.

Beispiele:

– Kindersterblichkeit: Kinder indigener Völker haben überall auf
der Welt schlechtere Überlebenschancen als ihre Altersgenossen.
Bei den Avanasi in Indien zum Beispiel liegt die
Kindersterblichkeit bei 5,7 Prozent und ist damit deutlich
höher als bei der allgemeinen Bevölkerung (3,7 Prozent). In
Brasilien hat sich zwar die Kindersterblichkeit insgesamt
halbiert, trotzdem steigt sie bei den indigenen Gruppen im Land
weiter an. In Nepal und Australien stirbt ein indigenes Kind im
Durchschnitt ganze 20 Jahre früher als andere Kinder.

– Hunger: Kinder indigener Herkunft hungern weltweit. In Kolumbien
zum Beispiel sind mehr als 45 Prozent der Kinder indigener
Völker akut oder chronisch unterernährt. In Guatemala ist die
Situation noch dramatischer: Hier sind 80 Prozent der indigenen
Kinder chronisch unterernährt – fast doppelt so viele wie in
anderen Bevölkerungsgruppen. „Der Kampf gegen Hunger muss auch
da Priorität haben, wo niemand hinschaut“, sagt Yassin.

– Selbstmord: Weltweit nehmen sich doppelt so viele Mitglieder
indigener Bevölkerungen das Leben, darunter besonders viele
Jugendliche. Bei den Aborigines in Australien ist die Zahl sogar
zehnmal, bei den Inuit in Kanada elfmal höher. Bei den
Ureinwohnern der USA ist Selbstmord die zweithäufigste
Todesursache in der Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren.

Die dramatische Situation der Kinder indigener Herkunft führt
Yassin mitunter darauf zurück, dass die Ausbeutung, die mit der
Kolonialisierung begann, noch heute massiv fortgeführt würde.
„Indigene Völker werden nach wie vor als minderwertig behandelt und
in ihren Rechten beschnitten.“

Die SOS-Kinderdörfer weltweit setzten sich für indigene Kinder und
ihre Familien ein. So werden zum Beispiel in den SOS-Sozialzentren
Lateinamerikas alte Bräuche und die Sprache der Ureinwohner gepflegt
und traditionelle Handwerksberufe gelehrt. In den SOS-Kinderdörfern
wird sichergestellt, dass auch die Sprachen der Ureinwohner
gesprochen werden. Im SOS-Kinderdorf Sucre in Bolivien zum Beispiel
sprechen alle SOS-Mütter neben Spanisch auch Quechua, die Sprache der
Inka.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Boris Breyer
Medienkommunikation
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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