Lausitzer Rundschau: Aufholen, ohne einzuholen Zum Stand der Deutschen Einheit

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Die regelmäßigen Berichte zum Stand der Deutschen
Einheit sind zu einem bloßen Ritual erstarrt. Keine
Dax-Konzernzentralen, eher kleinteiliges Wirtschaften,
vergleichsweise geringe Forschungskapazitäten – solche
Strukturdefizite im Osten waren nahezu wortgleich auch schon in den
Berichtsausgaben der Vorjahre nachzulesen. Konsequenzen? Fehlanzeige.
Fest steht, dass der Osten weiter Fortschritte macht, aber dem Westen
trotzdem nach wie vor klar hinterher hinkt. Aufholen, ohne einzuholen
– diese Lage droht sich zu verfestigen. So liegt zum Beispiel das
Steueraufkommen in den neuen Ländern nahezu flächendeckend noch unter
dem der finanzschwachen Länder im Westen. Beim Abbau der
Arbeitslosigkeit gibt es zwar große Lichtblicke. Aber näher
betrachtet sind sie vor allem auf Abwanderung und eine wachsende
Alterung der Bevölkerung im Osten zurückzuführen. Womit auch die
größte Herausforderung für die neuen Länder umschrieben wäre: Wenn in
vielen Gegenden Arztpraxen und Geschäfte dicht machen,und der
Nahverkehr weiter ausgedünnt wird, dann ist die allgemeine
Daseinsvorsorge immer schwerer zu organisieren. Hier sind schlüssige
Konzepte gefragt. Mit bloßen Wasserstandsmeldungen zum Stand der
Einheit ist es nicht getan.

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