Mittelbayerische Zeitung: Billig

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Wenn es denn das Ziel von erstaunlich vielen
Mitgliedern des Deutschen Bundestages gewesen ist, sich zum Besuch
des Papstes so richtig zu blamieren, dann sind die Herrschaften auf
einem erfolgreichen Weg. Erstaunlich dabei: So weit beispielsweise
Linke und CSU in der Beurteilung des Papst-Auftritts im Bundestag
auseinander liegen – in der Peinlichkeit ihrer Äußerungen liegen sie
wieder ganz nah beieinander. Es ist schlichtweg erschreckend, wenn
sich Mitglieder des deutschen Parlaments nicht zu dumm sind, um eine
Rede des Papstes vor diesem Gremium als Gefährdung der
Religionsfreiheit im Land darzustellen. Dabei geht es gar nicht um
Zustimmung für die Positionen der katholischen Kirche, es geht
vielmehr um die Pflege der demokratischen Kultur – deren Mangel
obendrein ja einer der Kritikpunkte vieler Boykotteure am Vatikan
ist. Wenn man aber jemanden kritisieren will, dann sollte man sich
wenigstens anhören, was er zu sagen hat. Alles andere ist nichts als
billige Effekthascherei. Im Dauerschwingen der Populismus-Keule
stehen aber leider auch viele Befürworter keinen Millimeter zurück.
Statt sich inhaltlich-sachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen,
wird auch dort gekeilt, was das Zeug hält und der Besuch des Papstes
für die eigenen Zwecke benutzt. Alles in allem macht der Bundestag
einen richtig schlechten Eindruck – nach außen und nach innen. Zum
einen wundert man sich nicht nur im Vatikan, warum es erst eine
Einladung und nachher einen Boykott gibt. Zum anderen schütteln die
Wähler mal wieder darüber den Kopf, dass ihre Volksvertreter nicht in
der Lage sind, einen Streit vernünftig auszutragen.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de

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