Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur Bischofssynode: Hohes Risiko von Julius Müller-Meiningen

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Die Bischofssynode zum Thema Familie, die Papst
Franziskus einberufen hat, ist eine entscheidende Passage in
Franziskus– Pontifikat. In den kommenden zwei Wochen diskutieren die
Bischöfe und mit ihnen der Papst, wie sie die katholische
Familien-Doktrin im 21. Jahrhundert auslegen.Franziskus will in
erster Linie den Dialog über strittige Themen. Deshalb hat er einen
Fragebogen verschicken lassen und eine außerordentliche Synode
einberufen, der im Herbst 2015 eine ordentliche Synode zum selben
Thema folgt.Das Ziel, eine Debatte loszutreten, hat der Papst
erreicht. Selten wurde in den vergangenen Jahren so offen und hart
über die Ausrichtung der Kirche gestritten, wie beispielsweise die
Diskussion über Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene zeigt.
Dieser Diskurs, der sich auch in die Medien und in das Alltagsleben
vieler Interessierter fortpflanzt, ist ein Erfolg für Franziskus. Der
Papst geht allerdings auch ein hohes Risiko ein. Wenn sich die
Mehrheit bei der Synode einer Öffnung der Kirche verschließt, dürfte
die Enttäuschung bei vielen Gläubigen groß sein. Die Begeisterung für
Franziskus würde dann rasch abnehmen. Denkbar ist auch, dass sich der
Papst mit einer Entscheidung gegen die Mehrheit der Synode stellt.
Dann hätte er zwar die Gläubigen auf seiner Seite – aber die
Kirchenleitung gegen sich.

Pressekontakt:
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