Mitteldeutsche Zeitung: zu Steinmeier im Bundestag

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Der Bundespräsident würdigte doch ausdrücklich jene
deutschen Traditionen, die sich schon immer für Demokratie, Freiheit
und Gerechtigkeit einsetzten. Er sprach sich klar gegen einen
Schlussstrich unter die deutsche Schuld aus: Weltkriege und Holocaust
seien „unverrückbarer Teil unserer Identität“. Was ein
Bundespräsident einem solchen Satz aber bislang nie nachschob, ist
ein „Aber“. Steinmeier tat das am Freitag. „Aber“, sagte er. „Die
Bundesrepublik erklärt sich auch nicht allein … aus dem ,Nie
wieder!–“ Sondern eben auch aus der langen demokratischen Tradition,
die am Ende ja zum Glück obsiegt habe. Das ist eine gewagte Aussage.
Zum einen, weil man fragen darf, ob der Bundespräsident ausgerechnet
am Gedenktag für jene Ausschreitungen, die den Beginn des
industriellen Massenmordes an Millionen Juden darstellten, dieses
„Aber“ aussprechen muss. Vor allem aber, weil das Ringen um die
Demokratie vielleicht noch gar nicht gewonnen ist.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
hartmut.augustin@mz-web.de

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