Neue OZ: Kommentar zu Boston

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Zutiefst verunsichert

Die Menschen in Boston müssen nicht nur damit fertigwerden, dass
sie bei einem grundfriedlichen Ereignis wie dem Marathon vom Terror
überrascht wurden. Anstatt in Ruhe trauern zu können, erlebten die
Bewohner gestern ein zweites Mal binnen kürzester Zeit extreme
Verunsicherung.

Als hätten die Ereignisse eine ganze Stadt in Geiselhaft genommen.
Die Metropole stand still, weil die Polizei Jagd auf
Terror-Verdächtige machte. Die erneute Botschaft: Das Böse ist mitten
unter uns, es kann uns jederzeit treffen. Das Wissen darum, was diese
tiefe Verunsicherung anrichten kann, macht den Blick auf das
Geschehen so traurig.

Die Menschen werden misstrauischer. Die nach 9/11 inzwischen
diffuser gewordene Terror-Angst wird wieder ganz konkret und damit
belastender. Und auch ohne die genauen Hintergründe zu kennen, wird
es vielen Menschen reichen, dass die Tatverdächtigen in einer
muslimisch geprägten Region geboren wurden. Daraus lassen sich
schnell Schlüsse ziehen, die die üblich gewordenen Feindseligkeiten
zwischen den Kulturen weiter wachsen lassen.

Noch ist unklar, was sich wirklich in Boston abgespielt hat. Ob
zwei psychisch labile Flüchtlingskinder durchgedreht sind oder ob gar
eine ganze Terrorgruppe dahintersteckt: Das werden die Ermittlungen
zeigen. Ganz unabhängig davon ist es jetzt vor allem wichtig, dass
den Bostonern Trost gespendet wird.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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