Neue OZ: Kommentar zu Nahost / Türkei

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Neue Rolle für die Türkei

Das hätten sich die europäischen Politiker, die seit Jahren
Stimmung gegen einen EU-Beitritt der Türkei machen, in ihren kühnsten
Träumen nicht vorgestellt: Ihre Ablehnung scheint sich jetzt als
Segen für die Türkei zu erweisen.

Frustriert von den Steinen, die ihr in den Weg gelegt wurden,
hatte sich die Türkei unter Ministerpräsident Tayyip Erdogan mehr und
mehr Staaten zugewandt, die einst Teil des untergegangenen
Osmanischen Reichs waren. Jetzt sieht es so aus, als könne das Land
in dem im Wandel befindlichen Nahen Osten eine Art Führungsrolle
übernehmen.

Diese neue Türkei ist für den Westen zunächst äußerst
gewöhnungsbedürftig. So stellt sich Erdogan mit seinem markigen
Eintreten für die Palästinenser ausdrücklich gegen die Amerikaner.
Einen ursprünglich angekündigten geplanten Besuch in Gaza aber sagte
er ab. Ein Hinweis darauf, dass er nicht noch mehr Öl ins Feuer
gießen will.

Das zunehmende Gewicht der Türkei in der Region kann aber auch
durchaus zum Vorteil des Westens sein. So kann Erdogans Bekenntnis zu
einem säkularen Staat für die sich entwickelnden Demokratien in den
islamisch geprägten Ländern des arabischen Frühlings wegweisend sein.
Seine Forderung, das Prinzip der Trennung von Staat und Religion in
der ägyptischen Verfassung zu garantieren, hätte ein westlicher
Politiker dort so nicht erheben dürfen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

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