Neue Westfälische (Bielefeld): Parteitag der Sozialdemokraten in Dortmund Kanzlerkandidat mit Inhalt Thomas Seim, Dortmund

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Die SPD will etwas. Regieren natürlich. Aber sie
hat auch ein Programm. Darin stehen Ziele, hinter denen sich die
Sozialdemokraten versammelt haben. Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin
Schulz will etwas. Kanzler werden natürlich. Auch er hat ein
Programm. Das Besondere an den Sozialdemokraten 2017 ist, dass sie
beim Parteitag in Dortmund den Willen von Partei und Kandidat
deckungsgleich gemacht haben. Ohne Streit. Sogar die
Bundesvorsitzende der sonst gegen die eigene Führung stets
aufmüpfigen Jungsozialisten stellt sich gleich zu Beginn ganz hinter
den Kandidaten. Das ist schon neu. Nicht nur Altkanzler Schröder hat
es entdeckt und in seiner bemerkenswerten Kampfesrede als letzter
verbliebener Alt-Kanzler besonders herausgehoben. Der Parteitag samt
der etwa 5.000 Gäste war zum Aufbruch bereit. Weil sie, wie die
Juso-Vorsitzende Uekermann formulierte, „Merkel satt haben“. Das war
auch der stärkste Angriffshorizont, den der Kanzlerkandidat Schulz
gestern aufmachte: Der scharfe und direkte Angriff auf die Amtsperson
Merkel. Einen „Anschlag auf die Demokratie“ nannte Schulz deren
Versuch, die Wähler einzuschläfern. Da hatte er die Delegierten. Und
das Publikum. Beide hätten sicher stärker und intensiver Inhalt und
Kandidat gefeiert, würden gern an die Aufholjagd glauben, wie
Schröder sie 2005 organisierte und nun als Vorbild der Mobilisierung
anbot. Schulz hatte auch da was zu bieten, wenn auch weniger
mitreißend vorgetragen als Schröder das kann. Zu wirtschaftlicher
Zukunft, Gerechtigkeit, Europa und zum Frieden aber formulierte er
kämpferisch und substanziell. Ob das reicht? Immerhin ist Schulz eine
nachvollziehbare inhaltliche Erklärung dafür gelungen, warum er
Kanzler werden will. Das hat Merkel für sich bislang nicht geschafft.
Bei Anne Will Ende 2016 nicht, als sie ihre erneute Kandidatur
erklärte, aber kaum begründen konnte. Und auch bei ihren Reisen zu
den Gipfeln der Welt und nach Südamerika nicht. Renten-, Steuer- und
Familienpolitik sind bei der Union – noch – weitgehend weiße Felder.
Übrigens auch bei der Ehe für alle, die am Wochenende einmütig von
SPD, FDP und Grünen zur Koalitionsbedingung gemacht wurde. Eine
Ampel-Bedingung, die die Union bislang nicht erfüllen kann. Was immer
das bedeuten mag. Wir werden es erfahren. Heute in 90 Tagen. Dann ist
Wahltag.

Pressekontakt:
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News Desk
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