NGOs fordern Schutz der Zivilbevölkerung in Konfliktgebieten / 20. Jahrestag offene Debatte im UN-Sicherheitsrat

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Humanity & Inclusion (die Dachorganisation, zu der
Handicap International Deutschland gehört) fordert zusammen mit 21
weiteren NGOs konkrete Maßnahmen, um das Leid der Zivilist/-innen in
Konfliktgebieten zu verringern. Am 23. Mai jährt sich zum zwanzigsten
Mal im Sicherheitsrat die offene Debatte über den Schutz der
Zivilbevölkerung. Die Organisationen greifen dabei auch die Forderung
des UN-Generalsekretärs, des ICRC (Internationales Rotes Kreuz) und
des Netzwerks INEW (International Network on Explosive Weapons) auf,
dass Einsätze von Explosivwaffen mit Flächenwirkung in bevölkerten
Gebieten vermieden werden müssen und dass zu diesem Zwecke eine
politische Erklärung erarbeitet werden soll.

Der Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten steht in
der Woche vom 21. bis 24. Mai beim UN-Sicherheitsrat im Mittelpunkt.
Anlass ist nicht nur die aktuelle Lage in vielen Krisengebieten,
sondern auch die Jahrestage verschiedener Konventionen und
Resolutionen. So jährt sich zum 20. Mal der Jahrestag, als der
Sicherheitsrat dieses Thema überhaupt erstmals auf seine Tagesordnung
gesetzt hat. Darüber hinaus wurden 1999 zwei wichtige Resolutionen
verabschiedet: Resolution 1265 über den Schutz der Zivilbevölkerung
in bewaffneten Gebieten sowie die Resolution 1270 über den Schutz der
Zivilbevölkerung bei UN-Friedensmissionen. Außerdem jährt sich zum
70. Mal die Genfer Konvention, die aufgrund der Erfahrungen der
Weltkriege wichtige Regelungen zum weitest möglichen Schutz der
Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur vor Kriegsfolgen
festschrieben. Trotz all dieser Regelwerke leidet die
Zivilbevölkerung in vielen Ländern unter Gewalt und Kampfhandlungen.

UN-Generalsekretär Guterres: Regierungen müssen sich mit Folgen
von Explosivwaffen befassen

In seinem unlängst veröffentlichten Bericht zu diesem Thema hat
UN-Generalsekretär Antonio Guterres erneut betont, wie dringend
notwendig es ist, dass sich die Regierungen mit dem menschlichen Leid
durch Einsätze von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten befassen.
Über 100 Staaten haben bereits diese Problematik als eine der großen
humanitären Herausforderungen erkannt: Bombardierung und Beschuss von
Städten und Siedlungen fordern weiterhin zahlreiche zivile Opfer,
zerstören lebensnotwendige Infrastruktur, treiben die Bevölkerung in
die Flucht und hinterlassen massive Zerstörung und Verminung. 92
Prozent der Opfer bei derartigen Einsätzen sind Zivilist/-innen.

Internationale parlamentarische Initiative gegen EWIPA

Die Hilfsorganisation Handicap International setzt sich für den
Schutz der Zivilbevölkerung ein und führt derzeit eine weltweite
Kampagne “Stop bombing civilians” durch. HI strebt ein Ende des
Einsatzes von Explosivwaffen mit Flächenwirkung in bevölkerten
Gebieten an sowie konkrete Regelungen für die Unterstützung der
Betroffenen. So startete Handicap International gemeinsam mit INEW
eine internationale parlamentarische Initiative. Damit fordern sie
weltweit Abgeordnete auf, sich in einem gemeinsamen Appell für eine
internationale Verpflichtung einzusetzen, durch die der Einsatz von
Explosivwaffen mit Flächenwirkung in bevölkerten Gebieten beendet
wird und betroffene Menschen und Gemeinschaften unterstützt werden.
Der Appell wurde bereits von Abgeordneten aus Deutschland,
Frankreich, Großbritannien, Italien, Norwegen und Belgien
unterzeichnet. Darüber hinaus gibt es eine globale Petition, mit der
Unterschriften gegen den Einsatz von Explosivwaffen mit
Flächenwirkung gesammelt werden.

Interviews mit Expertinnen

Unsere Expertin Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen
Abteilung Handicap International Deutschland, steht Ihnen gerne für
Interviews zur Verfügung. Sie sprach erst im März vor dem
Abrüstungsausschuss im deutschen Bundestag. Außerdem können Sie gerne
in New York ein Interview mit der HI Advocacy-Managerin Alma Al Osta
führen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links:
http://bit.ly/Parlamentarier-Appell
http://bit.ly/Aktion-Parlamentarier
http://bit.ly/statement-un-sicherheitsrat
http://bit.ly/stopBombing

Pressekontakt:
Huberta von Roedern
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 89/54 76 06 34
Mobil: +49 151 73 02 32 06
www.handicap-international.de

Original-Content von: Handicap International, übermittelt durch news aktuell

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