NRZ: Polen: Die wertvollste Reparation ist die Europäische Union – von MANFRED LACHNIET

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Soll der polnische Staat Milliarden Euro erhalten,
als Ausgleich für die Gräueltaten während des Zweiten Weltkriegs?
Darüber wird nicht nur hierzulande an den Stammtischen und in
sozialen Netzwerken hämisch diskutiert. Genauso unwürdig sieht es in
Polen aus. Dabei gibt es auf Schuld und Sühne keine leichten
Antworten. Denn Geschichte ist sehr komplex.

Vor 70 Jahren einigten sich die Diktatoren und Massenmörder Hitler
und Stalin in einem Geheimvertrag darauf, Polen und andere
osteuropäische Länder unter sich aufzuteilen. Nur wenige Tage später,
am 1. September 1939, überfielen deutsche Truppen Polen. Die Soldaten
Stalins folgten 17 Tage später von der östlichen Seite her. Verträge
schließen weitere Zahlungen Deutschland aus

Dass Nazi-Deutschland Auslöser des furchtbarsten Verbrechens der
Menschheitsgeschichte war, steht außer Frage. Weil nach dem Krieg
einer neuer, kalter Krieg begann, wurde die Frage der Reparationen
hastig und nicht wirklich befriedigend für alle Staaten geklärt.
Tatsächlich gibt es aber klare Verträge, die weitere Zahlungen
Deutschlands ausschließen.

Doch Geld kann keine Schuld tilgen. Verantwortung ist nicht zu
kaufen. Es war Willy Brandt, der mit seinem Kniefall in Warschau 1970
erstmals um Vergebung bat. Diese Geste steht bislang allein in der
komplexen Nachkriegsgeschichte, und zur Wahrheit gehört, dass damals
knapp die Hälfte der Bundesbürger diesen Kniefall für übertrieben
hielten.

Dies ist heute anders, wenn Bundespräsident Frank-Walter
Steinmeier am 1. September nach Polen reist und dort sprechen wird.
Dass die polnische Regierung zu diesem Jahrestag die Forderungen nach
milliardenschweren Reparationen erneuert, hat vor allem mit dem
Wahlkampf der Pis-Partei zu tun. Sie agiert genauso nationalistisch
wie das hierzulande einige tun. Sie alle verkennen, dass genau dieser
Nationalismus zur Katastrophe geführt hat.

Dass ausgerechnet diese Leute vom europäischen Gedanken nicht viel
halten, entlarvt sie als gefährlich und geschichtsvergessen. Sie
wollen nicht wahrhaben, dass die wirksamste Reparation seit 1945 das
gemeinsame Europa ist.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

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