Rheinische Post: Kommentar / Unbesetzte Stellen sind kein Luxusproblem = Von Kirsten Bialdiga

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Im Schulbereich in Nordrhein-Westfalen sind
hunderte Planstellen unbesetzt – und die Düsseldorfer Landesregierung
spricht davon, dass der aktuelle Bedarf nicht so hoch sei wie
gedacht. Nun soll der Stellenbedarf entsprechend angepasst werden.
Dabei hatte doch Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) noch vor
Kurzem angekündigt, pensionierte Lehrer extra aus dem Ruhestand
zurückzuholen, um die Unterrichtsversorgung zu sichern. Und
Elternverbände beschweren sich seit Jahren über den hohen
Unterrichtsausfall, was sich allerdings nicht mit den Statistiken der
Landesregierung deckt. Zugleich gibt es kritische Hinweise, dass
Inklusion nur funktionieren kann, wenn es ausreichend Personal in den
Schulen gibt. Einige hundert Lehrer mehr könnten da einiges bewirken.
Besorgniserregend ist zudem, dass auch in der Finanzverwaltung
hunderte Planstellen unbesetzt sind – trotz intensiver Werbung um
Nachwuchs. Wenn aber mehr Arbeit auf weniger Schreibtischen landet,
dann ist die Steuergerechtigkeit in Gefahr. Wer betrügen will, kommt
leichter durch. Und das gilt nicht nur für die Steuer – auch in der
Justiz gibt es viele offene Stellen.

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