Rheinische Post: Massive Vergeltung Kommentar Von Martin Kessler

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Ägypten ist ein autoritärer Staat. Und mancher
im Westen begrüßt das. Denn nur mit harten Bandagen sei der
Islamismus auszurotten, heißt es. Und so dürfte Ägyptens Machthaber
im westlichen Hauptstädten kaum auf Widerspruch stoßen, wenn er 40
Terrorverdächtige eben mal erschießen lässt. Es stimmt: Der Terror
der Islamisten führt das Land in den Abgrund. Er zerstört – wie im
Fall des Giseh-Attentats auf eine vietnamesische Besuchergruppe – den
Tourismus, eine der wirtschaftlichen Grundlagen Ägyptens. Zudem
schürt er den Hass zwischen den Religionen, wenn besonders
christliche Kopten die Ziele der Anschläge sind. Aber ohne
rechtsstaatliche Grundlage und unbehelligt von kritischen Medien
gegen tatsächliche und vermeintliche Terroristen vorzugehen, stärkt
das islamistische Lager. Wer nur aus Verdacht jahrelang in
ägyptischen Kerkern schmoren muss, wird nicht gerade zum Anwalt eines
säkularen Staats. Es zeigt sich am Fall Ägyptens beispielhaft, warum
ein funktionierender Rechtsstaat der beste Schutz gegen den
Terrorismus ist. Auch wenn er Anschläge nicht gänzlich verhindern
kann.

Pressekontakt:
Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2621

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