Rheinische Post: Zwangsprostitution wirksamer bekämpfen

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von Kirsten Bialdiga

Ein neues Bundesgesetz, das seinen Namen nicht verdient: Das
Prostituiertenschutzgesetz schützt die Prostituierten nicht. Vielmehr
verschlimmert es ihre Situation oft sogar. Ein Bericht der
Landesregierung kommt zu dem Ergebnis, dass in NRW nur jede sechste
der Anmeldepflicht nachkommt. Nachtclubs schließen, viele Frauen sind
Freiern und Menschenhändlern damit noch schutzloser ausgeliefert als
zuvor. Der dem Gesetz zugrunde liegende Gedanke, mehr für den Schutz
der Prostituierten zu tun, ist ja richtig. Dass nicht einmal bekannt
ist, wie viele in Deutschland arbeiten, spricht für sich. Nur geht
das Gesetz an der Wirklichkeit komplett vorbei: Wer ohne Wissen
seiner Familie als Prostituierte arbeitet, wird durch einen
Berufsausweis mit Passfoto eben leicht erpressbar. Auch deshalb
hatten Experten frühzeitig vor dem Gesetz gewarnt.

Wer die Frauen wirklich schützen will, muss viel konsequenter
gegen die weit verbreiteten mafiösen Strukturen in dem Gewerbe
vorgehen. Gegen Menschenhändler etwa, die junge Mädchen ködern und in
Deutschland als Zwangsprostituierte unter erbärmlichen Bedingungen
für sich arbeiten lassen. Und der muss Freiern klar machen, dass sie
diese Ausbeutung erst möglich machen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
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