Schwäbische Zeitung: Schwarzbrot statt Flapsigkeit – Kommentar zum Wowereit-Nachfolger

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Michael Müller ist um sein neues Amt nicht zu
beneiden. Vor allem das Chaos um den Pannen-Flughafen BER erbt der
ehemalige Bausenator von seinem Vorgänger Klaus Wowereit. Und auch
darüber hinaus steht Berlin nicht gerade blendend da.

Die Stadt hat sich zwar seit der Wende in vielen Bereichen, etwa
was Kulturelles anbelangt, zu einer echten Metropole entwickelt, doch
wirtschaftlich besteht für die Hauptstadt der viertgrößten
Volkswirtschaft der Welt noch gewaltiger Nachholbedarf. Beim
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf etwa liegt Berlin verglichen mit
anderen Bundesländern nur im Mittelfeld. Für eine Hauptstadt ist das
international gesehen ungewöhnlich.

Wowereit hatte dieses Missverhältnis noch auf die Formel gebracht,
Berlin sei arm, aber sexy. Die Hauptstädter können nun darauf hoffen,
dass mit Müller ein Politiker zum Zuge kommt, der sich nicht mit
derart flapsigen Situationsbeschreibungen zufriedengibt, sondern die
Probleme benennt und anpackt. Dass Müller mit Glamour nichts am Hut
hat, kann dabei von Vorteil sein. Berlin braucht nach Jahren fidelen
Regierens wieder politische Sacharbeit. Das klingt zwar nach zwar
Schwarzbrot, ist aber nötig. Für Müller bietet sich zudem die Chance,
sich von seinem Mentor Wowereit zu emanzipieren. Nicht nur beim
Flughafen, sondern auch beim Politikstil.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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