Schweitzers Kritik zeigt Unkenntnis / bpa-Präsident Meurer: Pflege hat drängendere Probleme als die Noten

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„Mit dem schlichten Hinweis von Minister Schweitzer,
ein Menüplan im Großformat könne über schwerwiegende Defizite bei der
Patientenbetreuung hinwegtäuschen, erleben wir erneut ein Beispiel
dafür, dass in offen gezeigter Unkenntnis des heutigen Systems der
Pflegenoten Stimmung gemacht wird.“ So kritisiert der
rheinland-pfälzische Landesvorsitzende und Präsident des
Bundesverbandes pri-vater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Bernd
Meurer die aktuellen Äußerungen des Ministers.

„Die großen Anstrengungen der Beschäftigten in der Pflege,
tatsächlich eine gute Bewertung ihrer täglichen Arbeit zu erreichen,
werden hier banalisiert. Wir brauchen Antworten bei den tatsächlichen
Herausforderungen, keine populistischen Scheindebatten!“, so Meurer.

Die Pflege stehe vor anderen großen Herausforderungen, so Meurer.
„Mit Blick auf die nahe Zukunft ist weder die Frage der Gewinnung
einer ausreichenden Zahl von Pflegefachkräften noch eine belastbare
Finanzierung geklärt, ganz abgesehen von der künftigen Ausrichtung
der Infrastruktur. Und was macht der neue Sozialminister von
Rheinland-Pfalz? Er entdeckt das Thema der Pflegenoten für sich.“

In zahlreichen anderen Bereichen der sozialen Arbeit wird mit
großem Interesse auf die Qualitätsberichte in der Pflege und die
damit verbundene Transparenz geschaut. Mit den heutigen Kriterien der
Pflegenoten kann letztlich gemessen werden, wie intensiv sich die
Verantwortlichen in den Pflegeheimen mit den zentralen
qualitätsrelevanten Themen beschäftigen. Erwartet wird dabei, dass
die intensive Beschäftigung mit den herausgehobenen Bereichen in den
Pflegeheimen dazu führt, dass sich letztlich die Qualität verbessert.

Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen erhalten mit den
Pflegenoten wichtige Hinweise, die sie ergänzend nutzen können bei
der Auswahl der notwendigen pflegerischen Unterstützung. Die
Pflegenoten werden auch in Zukunft keine Wahl des Pflegeheims vom
heimischen Computer aus befördern, zumal diese Lebensentscheidung
letztlich auf den persönlichen Eindruck vor Ort angewiesen ist.
Nüchtern betrachtet ist aber auch festzustellen, dass es noch ein
weiterer Weg sein dürfte, bis eine rein aus wissenschaftlichen
Indikatoren gespeiste vergleichende Berichterstattung über
Ergebnisqualität in der Pflege vor der flächendeckenden Umsetzung
steht.

bpa: Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
(bpa) bildet mit 7.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon rund 400
in Rheinland-Pfalz, die größte Interessenvertretung privater Anbieter
sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
230.000 Arbeitsplätze und ca. 17.700 Ausbildungsplätze. Das
investierte Kapital liegt bei etwa 18,2 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Jutta Schier, bpa-Landesbeauftragte Rheinland-Pfalz, 06131-880320

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