Sozialethiker Hengsbach wirft Hoeneß „kriminelle Energie“ gegen Staat vor / Staat ist laut Hengsbach „kooperative Geisel der privaten Wirtschaft“ / „2+Leif“ am 29.4.2013, 23 Uhr im SWR Fernsehen

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Der Jesuit und Sozialethiker Professor Friedhelm
Hengsbach hat dem Präsidenten von Bayern München, Uli Hoeneß, im
Zusammenhang mit dessen Selbstanzeige zur Steuerhinterziehung schwere
Vorwürfe gemacht. Im SWR-Polittalk „2+Leif“ erklärte Hengsbach am
Montag: „Das eine ist sicherlich, dass diese sogenannte Sozialikone
sehr widersprüchlich ist. Auf der einen Seite wird er bewundert, als
toller Fußballspieler, als erfolgreicher Unternehmer, als sozial
eingestellter Unternehmer, der für benachteiligte Kinder und
Sozialeinrichtungen einen Teil seines Gewinnes zur Verfügung stellt
oder auch spendet. Und auf der anderen Seite diese Trickserei. Das
ist ja nun kein persönliches Versagen. Da ist kriminelle Energie im
Gang, die sich gegen den Staat richtet.“

Friedhelm Hengsbach kritisierte darüber hinaus in „2+Leif“, dass
sich der deutsche Staat inzwischen in ein Abhängigkeitsverhältnis von
der Privatwirtschaft begeben habe. Im SWR Fernsehen sagte der
Ludwigshafener Jesuit dazu: „In den vergangenen Jahren habe ich den
Eindruck, dass sich der Staat als kooperative Geisel der privaten
Wirtschaft erwiesen hat. Ganz klar, einmal die Abwrackprämie ist
ökologischer Nonsens. Zum anderen habe ich den Eindruck, dass der
Staat sich in der Bankenrettung über den Tisch ziehen lassen hat.
Oder das Krisenmanagement in der Europäischen Union zeigt ja auch,
dass die Politiker ihre Selbstbehauptung im Konflikt oder im Krieg
gegen die private Kapitalmacht noch nicht gefunden haben.“

Zitat gegen Quellenangabe „SWR-Polittalk 2+Leif“.

Pressekontakt: Heike Rossel, Tel.: 06131 929-33272,
heike.rossel@swr.de

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