„Sparkurs der Kassen gefährdet ambulante Pflege.“ / CDU-Pflegepolitiker Dr. Roy Kühne fordert nach Praxiseinsatz bessere Bezahlung der ambulanten Pflege in Niedersachsen

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Die niedrigen Vergütungen für ambulante
Pflegedienste in Niedersachsen gefährden wichtige Jobs und letztlich
die Versorgung von Pflegebedürftigen. Davor hat der
CDU-Pflegepolitiker Dr. Roy Kühne bei seinem heutigen Praxistag in
der ambulanten Pflege gewarnt. „Wir Politiker haben die Pflicht,
Pflegedienste bei ihren Verhandlungen mit den Kassen zu unterstützen,
damit endlich die Preise verhandelt werden können, die
betriebswirtschaftlich sinnvoll und notwendig sind. Dass die
Vergütungen für ambulante Pflege in Niedersachsen bundesweit
unterdurchschnittlich sind, ist ein Problem“, sagte der
Bundestagsabgeordnete im Gespräch mit dem Team der Apocare im
Nordharz.

Zuvor hatte Dr. Kühne die Fachkräfte bei der Versorgung eines
Peritonealdialyse-Patienten, einer anspruchsvollen Wundversorgung und
verschiedenen weiteren pflegerischen Einsätzen begleitet. „Ich habe
innerhalb weniger Stunden medizinisch und pflegerisch komplexe
Tätigkeiten, einfühlsame Demenzbegleitung, den Einsatz von
Telemedizin und ein Zusammenspiel von Pflege und Ärzten auf Augenhöhe
erlebt. Dass wir so hochspezialisierte und attraktive Arbeitsplätze
in ländlichen Regionen wie dem Harz haben, ist eine Besonderheit. Die
hier tätigen mittelständischen privaten Unternehmen können diese
spannenden Jobs direkt vor der Haustür aber nur anbieten, wenn sie
wirtschaftlich arbeiten können“, so Kühne. „Mit dem gegenwärtigen
Sparkurs gefährden die Kassen die pflegerische Versorgung, die sie
eigentlich sicherstellen sollen.“

Apocare-Geschäftsführer Sebastian Dücker befürwortete im Gespräch
Arbeitsvertragsrichtlinien mit höheren und dennoch flexiblen
Gehältern. Starre Tarifverträge hingegen lehnt er ab. „In unserem
Unternehmen haben wir ganz unterschiedliche Arbeitsbereiche, von der
Pflege über die Medikamentenversorgung bis hin zur
Alltagsunterstützung. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
wollen wir möglichst individuelle und attraktive Arbeitsbedingungen
bieten.“ Unflexible Regelwerke verhinderten dies. „Lohnsteigerungen
werden derzeit von den Kassen ausgebremst. Einem Unternehmen geht es
nur gut, wenn es genügend Fach- und Hilfskräfte hat, deshalb müssen
und wollen wir angemessene Gehälter zahlen. Sie müssen jedoch von den
Kostenträgern auch refinanziert werden.“

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
1.200 in Niedersachsen) die größte Interessenvertretung privater
Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 24,2 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Henning Steinhoff, Leiter der
bpa-Landesgeschäftsstelle, Tel.: 0511/12 35 13 40 oder 0162/132 16
78, www.bpa.de

Original-Content von: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

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