Südwest Presse: Kommentar: Autobranche

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China macht abhängig

Noch nie waren so viele so sehr wenigen ausgeliefert“, erkannte
schon Aldous Huxley. Der britische Schriftsteller meinte damit zwar
nicht die Autoindustrie – aber es würde passen. Fast überall auf der
Welt gehen die Absatzzahlen zurück. In Europa um 10 Prozent. Aber
auch in den Zukunftsmärkten Indien, Russland und Brasilien. Nur China
und die USA lassen die Autohersteller nicht in Depressionen
verfallen. Wenn Daimler, BMW und Co. selbst im wichtigsten
Einzelmarkt China und dem wiedererstarkten Altindustrieland USA
Rückgänge verzeichnen würden – es sähe schlecht aus. Die Gründe für
die Flaute sind schnell aufgezählt. Die Euro-Schuldenkrise lässt vor
allem in den südlichen EU-Ländern den Wunsch nach einem neuen Auto
zurückgehen. Dazu kommt eine Sättigung der Märkte: Wer zwei Autos
hat, stellt sich nicht unbedingt ein drittes hin. Pkw dienen außerdem
immer weniger als Statussymbol. Die Hersteller produzieren dennoch
auf Halde, geben hohe Rabatte und entwickeln Modelle am Bedarf
vorbei. Hier wäre mehr Realismus wünschenswert. Der Verband der
Automobilindustrie sieht 2013 jedoch nicht als Krisenjahr für die
Branche an. China ist Segen und Fluch zugleich. Die Branche sollte
einen Plan B in der Schublade haben, wenn die Konkurrenz im Fernen
Osten europäische Modelle durch eigene ersetzt. Wenigen Märkten
ausgeliefert zu sein, kann zum Crash führen.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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