Südwest Presse: Kommentar zu Atomausstieg

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Überhastetes Ankündigen hat seinen Preis. Im Fall der
Bundesregierung heißt er: Nachsitzen. Sich auf einen konkreten
Atomausstieg zu einigen, gestaltet sich schwieriger als gedacht. Der
Grund: Zu viele Jahreszahlen kursieren. Ist das so wichtig? Kanzlerin
Angela Merkel muss jetzt ein Atomgesetz zimmern, das ein Abschalten
aller Atomkraftwerke rechtssicher festlegt. Ob da Meiler als „kalte
Reserve“ einzubauen sind, ist mehr als zweifelhaft. Denn in einem
wasserdichten Atomgesetz wird stehen müssen, dass ihre Sicherheit
nicht mehr dem heutigen Stand der Technik entspricht. Sie wieder in
Betrieb nehmen zu wollen, widerspricht dieser Vorgabe und öffnet
Betreibern die Chance, das Ausstiegsszenario zu kippen. Damit wird
das Dilemma der schwarz-gelben Energiewende deutlich. Zurück können
Union und FDP nicht mehr, aber mit großem Elan wollen sie in den
völligen Umbau der Energieversorgung auch nicht einsteigen. Es fehlt
ihnen an einem schlüssigen Konzept, wie Strom erzeugt, effizienter
genutzt und gespart werden kann, wie Wasser für Prozesse und
Heizungen erwärmt und Mobilität ohne Öl zu organisieren ist – und das
sozialverträglich. Dass dies möglich ist, ohne auf Standards und
Sicherheiten zu verzichten, belegen unzählige Studien, auch der
Sachverständigen der Regierung. Das Ende der Atommeiler zu fixieren,
reicht für die Revolution des Energiesektors nicht aus. Wer sie nicht
wagt, springt zu kurz.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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