Südwest Presse: Kommentar zu Berlin

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Triumphe sehen anders aus – Klaus Wowereit und die SPD
haben einen Arbeitssieg errungen. Schaut man das Ergebnis in Berlin
an, fällt einem sogar das Wort vom Einäugigen ein, der König ist
unter Blinden. Gerade jeder zweite Wahlberechtigte hat seine Stimme
abgegeben. Die Piraten erobern mit ihrem Ein-Punkt-Programm über acht
Prozent, die FDP wird versenkt, die CDU dümpelt dahin. Die Grünen und
Frontfrau Renate Künast, die den Stadtstaat doch regieren wollte,
werden sich mit der Kellnerrolle bescheiden müssen. Verliererin
Künast dürfte ihren Exkurs in die Ebene wohl rasch beenden. Das
politische Establishment, zu dem die Grünen längst gehören, wurde in
Berlin abgewatscht. Klaus Wowereit wird dieser Befund herzlich egal
sein. Der smarte Sozialdemokrat hat ein heikles Bündnis mit der
Linken unfallfrei überstanden. Jetzt findet er sich sogar in der
bequemen Rolle desjenigen wieder, der sich den künftigen Partner
aussuchen kann. Es wäre überraschend, wären das nicht die angesichts
ihres Abschneidens bescheiden gewordenen Grünen. Ausreichende
Geschmeidigkeit haben sie in ähnlichen Fällen bewiesen. Der alte und
neue Berliner Regierende aber wird nun auch ein ernsthaftes Wörtchen
mitreden, wenn es darum geht, den nächsten Kanzlerkandidaten seiner
Partei auszurufen. Im Gegensatz zu seinen Kontrahenten hat er nämlich
schon Wahlen gewonnen.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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