tz München: Herabstufung Italiens: Marschbefehl in den Ruhestand

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Nur einer regte sich maßlos darüber auf, dass die
mächtige Ratingagentur Standard & Poor–s Italiens Bonität in einer
Nacht- und Nebel-Aktion heruntergestuft hat, und das war
Premierminister Silvio Berlusconi! „Realitätsfern“, wie er behauptet,
ist die Entscheidung der Agentur aber keineswegs: Die Experten haben
sogar sehr genau beobachtet, wie die italienischen Sparpakete
zustande kamen – festgezurrt, dann wieder aufgeschnürt, um allzu
schlimme Einschränkungen ausgedünnt und dann doch wieder aufgemotzt.
Immer nach dem jeweiligen Gemütszustand des angeschlagenen und
peinlichen Bunga-Premiers. S&P sagt deutlich, dass das Handeln der
Regierung, allen voran das ihres Chefs, kein Vertrauen erweckt. Die
Herabstufung ist wohl weniger ein Denkzettel – dafür ist es zu spät –
eher ein Marschbefehl in den Ruhestand – vielleicht ja auch ins
Gefängnis. Die italienische Wirtschaft fordert Berlusconi zu
ernsthaften Reformen oder zum Rücktritt auf, die Opposition sowieso.
So könnte es allen Kräften gemeinsam mit S&P gelingen, den
Schadensverursacher endlich von der Spitze Italiens zu vertreiben.
Forza Italia!

Barbara Wimmer

Pressekontakt:
tz München
Redaktion
Telefon: 089 5306 655
sabine.pelgjer@tz-online.de

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