Wasserfontäne sorgt bei Brunnenbohrung in Sambia für ausgelassene Freude

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Mädchen ist glücklich über Trinkwasser, das aus einem Bohrloch sprudelt.
 

Die Wassernot in Sambia ist groß. Besonders auf dem Land sind Frauen und Mädchen dort bis zu vier Stunden unterwegs, um an Wasser zu kommen. Oft erreichen sie trotzdem nur Schlammlöcher, die durch Fäkalien von Nutz- und Wildtieren verunreinigt sind. Mit dem verseuchten Wasser befüllen sie ihre Behältnisse und tragen sie auf dem Kopf nach Hause, wo das wenige kaum zum Trinken und zur Zubereitung karger Mahlzeiten reicht. Nicht abgekocht führt das verschmutzte Wasser zu schweren Magen- und Darmerkrankungen bis hin zu Cholera. Insbesondere bei den Schwächsten der Bevölkerung und vor allem bei Kindern bedeutet das häufig den Tod.

Mädchen leiden besonders. Sie müssen bei schwerer Hausarbeit helfen und sind für das Wasser holen zuständig. An ländlichen Schulen ohne Wasser beträgt die Schulfehlzeit deswegen und aufgrund des fehlenden Hygienematerials bei Mädchen fast 50 Prozent. So verlieren sie schnell den Anschluss und müssen die Schule deshalb viel zu früh verlassen – ohne eine für sie existenziell wichtige Bildung und gänzlich ohne Perspektive.

Das Projekt Stiftung Kinderzukunft hilft mit drei Brunnen, Schulgärten, Sanitäranlagen, Hygienematerial, Bildungsangeboten für 3.600 Kinder und Erwachsene.
Zum Projektstart wurden Brunnenbohrungen auf dem Gelände von drei Schulen vorgenommen, eine davon ist die Chininde Primary School im Siavonga Distrikt. Alte und junge Menschen der Gemeinde verfolgten die Bohraktivitäten wachsam und geduldig, bis ein lauter Knall aus der Tiefe kam und sie erschrocken zurückschreckten. Mit der fünf Meter hohen Wasserfontäne, die aus dem Bohrloch schoss, wechselte die Angst der Leute in Ekstase und man hörte Rufe wie: „Der Wassergott spuckt das Wasser aus.“ Die Nachricht sprach sich im Land schnell herum. Drei Tage lang kamen die Menschen aus der Umgebung und bestaunten das sprudelnde Nass, tanzten, duschten und fingen das Wasser auf.

Das erfahrene Bohr-Team war ebenfalls überrascht, besonders über die Wassermassen, die bereits nach 100 Metern Bohrtiefe plötzlich aus dem Bohrloch schossen. Es sei für sie das erste Erlebnis dieser Art gewesen. Geplant war die Bohrung für 120 Meter, und die Wasserförderung durch eine solarbetriebene Pumpe. Das Phänomen, bei dem das Wasser bei der Bohrung aus dem Bohrloch schießt, wird bei Fachleuten „Artesischer Brunnen“ genannt und sei ungewöhnlich für das trockene Tal.

Es lässt auf einen hohen Wasserertrag schließen und macht die Verantwortlichen zuversichtlich, dass die Quelle langen Bestand haben und in naher Zukunft nicht versiegen wird. Mittlerweile hat der Druck des Wassers nachgelassen, ist aber nach wie vor vorhanden, sodass eine kleinere Pumpeinheit verwendet werden kann. Solarmodule, die die Brunnenpumpe mit Strom versorgen, und fünf Zapfhähne zur Wasserentnahme werden in den nächsten Wochen installiert.

Ein weiterer solarbetriebener Trinkwasserbrunnen bei der Kapululira Secondary School im Chirundu Distrikt ist bereits in Betrieb. Die dritte Bohrung bei der Nkandabbwe Primary School, ebenfalls im Chirundu District, war auch erfolgreich. Brunnen und Leitungssystem werden demnächst fertiggestellt, sodass dann alle drei geplanten Brunnen in Betrieb sein werden. Im nächsten Schritt werden – mithilfe des Wassers, dem Klimawandel angepassten Saatgut und Jungpflanzen – schuleigene Gärten angelegt, die die Schulen mit Lebensmitteln versorgen und Obst und Gemüse für Schulspeisungen produzieren. Die Schulen erhalten außerdem eine adäquate Sanitärversorgung.

Das Projekt der Stiftung Kinderzukunft wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt und von der ALTERNAID Stiftung für Menschen in Not unterstützt.

Mehr Informationen und wie Sie das Projekt unterstützen können, finden Sie unter

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