WAZ: Das Unheil des Nationalismus – Kommentar von Jens Dirksen zu Verdun

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Wer vor Augen haben möchte, zu welchem Irrsinn
Nationalismus führen kann, gehe ins Beinhaus von Douaumont. Hier
liegen Knochen von 130.000 Menschen, die in den Schlachten des Ersten
Weltkriegs um Verdun starben. Und niemand kann, niemand will mehr
herausfinden, welche Überreste von Franzosen und welche von Deutschen
stammen.

Ein Europa, das keine Parteien, keine Politik mehr kennen wollte,
sondern nur noch Nationen, taumelte 1914 in den Weltkrieg, dessen
blutige Spur bis 1945 reichen sollte: Die Brutalisierung, die
Entmenschlichung durch den ersten industriellen Krieg der Geschichte
bereitete den Boden für die Gräuel des Nationalsozialismus.

Dass ein Schlachten wie 1916 nie wieder passieren darf, ist banal,
ein Binsenbekenntnis. Es darf vor allem nicht mehr das passieren, was
dazu geführt hat: Dass die Menschen in Europa glauben, ihr Heil liege
in der Abschottung und jeder Nation gehe es am besten, wenn sie ihre
eigenen Interessen verfolgt und durchsetzt. Es gibt kein stärkeres
Argument für die Europäische Union als Verdun.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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