WAZ: Piraten im Parlament – Kommentar von Gregor Boldt

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Der Einzug der Piratenpartei ins Berliner
Abgeordnetenhaus ist keine Überraschung. Wo, wenn nicht in der
einzigen deutschen Metropole, hätte es die Großstadtpartei sonst
schaffen sollen? In die Freude über den Sieg, dürfte sich bei den
Piraten also eine große Portion Erleichterung gemischt haben. Denn,
auch wenn es nach außen nicht so wirkte: die junge Partei stand unter
Druck. Hätte sie nach der Pleite bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg
auch in Berlin den Sprung ins Landesparlament verpasst, es wäre wohl
sehr still geworden in der Partei. So aber kann sie erstmals unter
Beweis stellen, ob sie ihr Motto „Klar zum Ändern“ auch im Parlament
umsetzen kann. Die Parallelen zu den Grünen drängen sich auf. Als
diese vor 30 Jahren in die ersten Landtage gewählt wurden, handelte
es sich um non-konforme Turnschuh-Politiker, die vor allem das Thema
Umwelt in die Köpfe der Menschen debattierten. Auch die Piraten sind
der breiten Öffentlichkeit eher als legerer und bisweilen chaotischer
Haufen bekannt, den vor allem ein Thema umtreibt: die Transparenz im
Allgemeinen und im Besonderen im Internet. Die Grünen haben dieses
Thema verpennt. Das ist die Chance der Piraten. Jedoch werden sie
sich ebenso wie die Grünen mit den Jahren breiter aufstellen müssen.
Wer auf Dauer als Ein-Thema-Partei wahrgenommen wird, hat es schwer.
Die FDP lässt grüßen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
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