WAZ: Schnelles Abi, wenig Reife. Kommentar von Silke Hoock zum Verbleib von G8

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Das Abitur nach acht Jahren Gymnasium (G 8) bleibt.
Der von Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) ins Leben gerufene
runde Tisch mit Vertretern von Eltern, Schülern, Lehrern, Wirtschaft
und Politik hat sich zu dieser Empfehlung für NRW durchgerungen.
Obwohl sich die Mehrheit der Bevölkerung in NRW noch im Mai in einer
Umfrage mit 76 Prozent gegen die verkürzte Schulzeit ausgesprochen
hatte; obwohl Kritiker auf Stress hinwiesen und von „verlorener
Kindheit“ sprachen, war diese Entscheidung erwartbar. Neun Jahre nach
Einführung des Turbo-Abis wieder zurückzurudern, hätte einen
Gesichtsverlust für die Politik bedeutet und vor allem: erneute
Unruhe und Unsicherheit an Schulen. Jetzt sollen Lehrpläne
entschlackt, Hausaufgaben und Klausuren reduziert werden, damit
Schüler wieder mehr Zeit haben. Das hätte vor der Einführung von G8
passieren müssen. So aber war das Turbo-Abi ein Schnellschuss
zulasten von Schülern und Lehrern. Nun bleibt G8. Die Wirtschaft
freut sich auf Ingenieure und Betriebswirte, die mit Anfang 20 mit
dem Studium fertig sind. Ein hohes Maß an interkultureller Kompetenz
und große Reife dürfen sie von den Youngsters allerdings nicht
erwarten.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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