WAZ: Trügerische Sicherheit – Kommentar von Christopher Onkelbach zu Waffenscheinen

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Niemand, der einmal das Gefühl der Wehrlosigkeit
erleben musste, möchte erneut in eine solche Situation geraten. Daher
ist es auf den ersten Blick verständlich, sich mit einer
Schreckschuss- oder Gaspistole auszustatten. Vor allem die brutalen
Übergriffe in der Kölner Silvesternacht haben das
Unsicherheitsempfinden vieler Menschen wachsen lassen.

So erklärt sich auch, dass zahlreiche Frauen den kleinen
Waffenschein beantragen. Die wachsende Angst, die sich Populisten
geschickt zunutze machen, ist eine der fatalsten Folgen dieser
furchtbaren Nacht. Denn sie bringt das tiefe Misstrauen zum Ausdruck,
das viele Bürger dem Staat entgegenbringen.

Waffen, auch wenn sie nur der Verteidigung dienen sollen,
vermitteln eine trügerische Sicherheit. Abgesehen davon, dass der
Umgang damit geübt werden muss, birgt ihr Einsatz die Gefahr, dass
brenzlige Situationen außer Kontrolle geraten. In den USA lässt sich
studieren, wohin das führen kann.

Die allgemeine Unsicherheit wird eher noch zunehmen, wenn sich
jedermann aufrüstet. Auch vor Menschen, die sich aus Furcht
bewaffnen, kann man Angst haben. Ein Land, in dem immer mehr Menschen
mit Waffen herumlaufen, ist kein sicheres Land.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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