ZDF-Magazin „Frontal 21“: 900 Euro weniger als im Krankenhaus – schlechtere Bezahlung in der ambulanten Pflege führt zu Personalmangel / Bundesbeauftragter für Pflege: „Fatal für die Versorgung“ (FOTO)

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Der Bundesbeauftragte für Pflege, Staatssekretär Andreas
Westerfellhaus (CDU), fordert eine bessere Bezahlung in der
ambulanten Pflege. Wenn Pflegekräfte keine anständigen Löhne
erhielten, müsse im Zweifel der Gesetzgeber dafür sorgen, sagte
Westerfellhaus im Interview mit dem ZDF-Magazin „Frontal 21“ (Sendung
am Dienstag, 19. Februar 2019, 21.00 Uhr). „Alles andere wäre fatal
für die Versorgung. Dann stehen wir tatsächlich vor der großen Frage,
wie die Versorgungsstrukturen im häuslichen Bereich zukünftig
aussehen können.“ Hintergrund ist die deutlich schlechtere Bezahlung
von Pflegekräften in der ambulanten Versorgung. Sie verdienen laut
Zahlen der Bundesregierung durchschnittlich bundesweit 917 Euro
weniger im Monat als beispielsweise Pflegekräfte in Krankenhäusern.
Der Bundespflegebeauftragte warnt, dass wegen ungleicher Bezahlung
immer weniger Pflegekräfte in der ambulante Versorgung arbeiten.

Schon jetzt lehnen nach einem Bericht des Deutschen Instituts für
angewandte Pflegeforschung mehr als 40 Prozent der ambulanten
Pflegedienste Klientenanfragen ab. Der Grund für die Ablehnungen ist
oft Personalnot. Der Branchenverband der ambulanten Pflegedienste
(bpa) bestätigt, der Mangel habe sich in den vergangenen zwei Jahren
spürbar verschärft. Das Deutsche Institut für angewandte
Pflegeforschung hatte für 2016 berechnet, dass damals schon
bundesweit 37.200 Kräfte in der ambulanten Pflege fehlten. „Die
Situation dürfte sich seither eher deutlich verschlechtert und die
Personallücke vergrößert haben“, sagte bpa-Geschäftsführer Bernd
Tews.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wollte die Bezahlung
der ambulanten Pflegekräfte mit dem seit Januar 2019 geltenden
Pflegepersonalstärkungsgesetz verbessern. Die gesetzlichen
Krankenkassen sollen danach ihre Vergütungen mit den ambulanten
Pflegediensten anheben. Doch zahlreiche Pflegedienste klagen nach wie
vor über zu schlechte Bezahlung. „Frontal 21“ liegen Beispiele von
Pflegediensten in Sachsen und Sachsen-Anhalt vor, die etwa fünf Euro
weniger Stundenlohn zahlen als nach Tarif Öffentlicher Dienst Pflege.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV)
rechtfertigt das Vorgehen einzelner Kassen. Pflegedienste müssten
Transparenz in Verhandlungen herstellen. Nur so sei gewährleistet,
dass Vergütungserhöhungen den Pflegekräften zugutekommen. Im Ergebnis
bleibt es auch nach der Gesetzänderung zu Jahresbeginn bislang bei
der schlechteren Bezahlung der meisten ambulanten Pflegekräfte. Der
Bundesbeauftrage für Pflege Westerfellhaus verweist auf die
Verpflichtung der Anerkennung von Tariflöhnen. Sollte das nicht
geschehen, fordert er: „Dann muss der Gesetzgeber hier eingreifen.“

Ansprechpartner: Michael Hölting, ZDF-Redaktion „Frontal 21“,
Telefon: 030 – 2099-1254

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon:
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