Zentrum zur Traumabewältigung für ehemalige IS-Sklavinnen entsteht im Nord-Irak / Neues Selbstwertgefühl und handwerkliche Fertigkeiten für jesidische Frauen

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Das internationale christliche Hilfswerk
Shelter Now unterstützt im Nord-Irak die Errichtung eines Zentrums
für Frauen, die von der Terrormiliz IS versklavt worden waren. „Eine
kleine christliche Gemeinde hilft ihnen bei der Bewältigung ihrer
Traumata“, kündigte der deutsche Shelter Now-Direktor Udo Stolte an.
Nach ihrer Verschleppung hätten die Jesidinnen jahrelang
Vergewaltigungen und Schläge ertragen müssen, nun solle ihnen neues
Selbstwertgefühl vermittelt werden.

Das Zentrum soll Stolte zufolge in der Kleinstadt Baadre
entstehen, nordöstlich von Mossul. Nach Baadre hatten sich über
10.000 Jesiden geflüchtet, als der IS 2014 ihre Heimatorte in der
Region Sindschar überfiel. Nach Schätzungen hatte die Terrormiliz in
Sindschar Tausende Angehörige der religiösen Minderheit getötet, über
6.000 Frauen und Kinder verschleppt und versklavt. Nach der
militärischen Niederlage des IS kehrten nun viele zu ihren Familien
zurück, so Stolte, allerdings werde die Hälfte der Gefangenen weiter
vermisst.

Mitarbeiter einer christlichen Gemeinde in Erbil, der Hauptstadt
der Autonomen Provinz Kurdistan, begannen bereits 2015 mit der Arbeit
in der Stadt Baadre. „Sie haben sich in Methoden der
Traumabewältigung fortbilden lassen“, berichtet Andreas Ziehr vom
Shelter Now-Vorstand. Einmal die Woche fuhren die Helfer bislang nach
Baadre, um den ehemaligen IS-Sklavinnen dabei zu helfen, wieder
Vertrauen zu sich selbst und dann auch zu anderen Menschen zu
gewinnen.

Die Arbeit werde nun in einem eigenen, täglich geöffneten Zentrum
ausgebaut, in dem neben der Direktorin und einer Assistentin drei
jesidische Lehrerinnen arbeiten sollen. „Die Mädchen und Frauen
brauchen einen geschützten Raum mit regelmäßiger Gemeinschaft“, sagt
Stolte. Dort sollen sie auch Fertigkeiten zum Beispiel im Nähen oder
im Friseurhandwerk erlernen, um später selbst etwas verdienen zu
können. Auch Musik- und Sportkurse sind vorgesehen.

In einem Flüchtlingslager bei Baadre unterstützt Shelter Now
außerdem ein Zentrum für rund 90 traumatisierte Kinder im Alter
zwischen sechs und 14 Jahren, die ihre Eltern durch den IS-Terror
verloren haben. Acht jesidische Lehrerinnen betreuen dort die Kinder
in Anlehnung an die Grundsätze der Montessori-Pädagogik, schildert
Stolte. Shelter Now ermöglichte ihnen unter anderem die Fortbildung
in Traumabewältigung und kaufte Spielgeräte.

Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit
Koordinierungsbüro in Deutschland. Von 1983 bis 2016 war es in
Pakistan tätig. 1988 begann die Arbeit in Afghanistan, 2014 in der
Autonomen Region Kurdistan (Nord-Irak). Der Name der Organisation in
Deutschland lautet „Shelter Now Germany e.V.“. Shelter Now finanziert
seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die
effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now
durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem
Spendensiegel bescheinigt.

Spendenkonto: Norddeutsche Landesbank, IBAN DE65 2505 0000 0002
5230 58

Pressekontakt:
Shelter Now Germany e.V., Telefon: 0531/88 53 95-7, info@shelter.de,
www.shelter.de

Original-Content von: Shelter Now Germany e.V., übermittelt durch news aktuell

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