Zivilgesellschaft im Textilbündnis kritisiert Roadmaps der Unternehmen als wenig aufschlussreich

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Die zivilgesellschaftlichen Organisationen
im Textilbündnis kritisieren die Roadmaps und Fortschrittsberichte
der Mitgliedsunternehmen im Bündnis. In ihrer jetzigen Form seien
diese nicht aussagekräftig und schlecht vergleichbar. Die Roadmaps
zeigten außerdem, dass viele Unternehmen beim Thema existenzsichernde
Löhne noch ganz am Anfang stünden. Darüber hinaus könnten bessere
Arbeitsbedingungen in den Lieferketten bewirkt werden, wenn
Unternehmen häufiger zusammenarbeiten. Das Textilbündnis hat am
Montag Maßnahmenpläne (Roadmaps) und Fortschrittsberichte seiner
Mitglieder veröffentlicht. Darin zeigen diese, welche Maßnahmen sie
im Bereich Menschenrechte und Ökologie in der Textilproduktion für
das nächste Jahr ergreifen wollen und ob im Vorjahr geplante
Maßnahmen durchgeführt wurden.

Seit diesem Jahr müssen alle Unternehmen über Fortschritte
öffentlich berichten und sich zu Korruptionsbekämpfung und
existenzsichernden Löhnen in ihren Roadmaps äußern. “Die
Zivilgesellschaft erwartet aber eine neue Form der verbindlichen und
vergleichbaren Berichterstattung aller Mitgliedsunternehmen im
Textilbündnis über die von ihnen ergriffenen Maßnahmen zur
Verbesserung der Arbeitsbedingungen ihrer Produzenten,” sagt Gisela
Burckhardt von FEMNET.

Viele Unternehmen stehen beim Thema Existenzsichernde Löhne noch
am Anfang

Schwachstellen der Berichterstattung zeigten sich auch beim Thema
existenzsichernde Löhne. “Ein Großteil der Unternehmen beschränkt
sich darauf, sich mehr Wissen über das Problem zu verschaffen, etwa
indem eigene Einkaufspraktiken analysiert werden”, sagt Sabine
Ferenschild vom Südwind Institut. “Das reicht aber nicht. Es müssen
konkret höhere Löhne in den Fabriken gezahlt werden.”
Lohnsteigerungen in der Lieferkette ließen sich effektiver angehen,
wenn Unternehmen zusammenarbeiten würden. “Das Textilbündnis bietet
über das Instrument der Bündnisinitiativen hierfür eine Plattform”,
sagt Berndt Hinzmann von der Entwicklungsorganisation INKOTA. Leider
fehle ein entsprechendes Engagement. Fünf der 70 Unternehmen aus dem
Textilbündnis seien an der Initiative “ACT” für Lohnsteigerungen
durch landesweite Tarifverträge in den Produktionsländern beteiligt.
Nur drei Unternehmen hätten zugesagt, sich über eine
Textilbündnisinitiative an ACT-Aktivitäten in Kambodscha zu
beteiligen. “Besonders enttäuschend ist, dass Unternehmen, für die
Kambodscha ein Hauptbeschaffungsmarkt ist, hier kein Engagement
zeigen”, kritisiert Hinzmann.

Hintergrund-Informationen zum Textilbündnis

Das Bündnis für nachhaltige Textilien
(https://www.textilbuendnis.com/) ist eine 2014 vom Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben
gerufene Initiative mit dem Ziel, die soziale, ökologische und
ökonomische Nachhaltigkeit entlang der gesamten Textilkette
kontinuierlich zu verbessern. Das Textilbündnis hat 18
zivilgesellschaftliche Mitgliedsorganisationen, die von FEMNET,
INKOTA-netzwerk und dem SÜDWIND Institut im Steuerungskreis vertreten
werden.

Weitere Informationen:

Roadmaps der Unternehmen: https://www.textilbuendnis.com/berichte/

Pressekontakt:
Dr. Gisela Burckhardt,
FEMNET, gisela.burckhardt@femnet-ev.de,
Tel.: 0152 01774080

Dr. Sabine Ferenschild,
SÜDWIND-Institut, ferenschild@suedwind-institut.de,
Tel: 0228 7636 9816

Berndt Hinzmann,
INKOTA-netzwerk, hinzmann@inkota.de,
Tel.: 0160 94 69 87 70

Original-Content von: Zivilgesellschaft im Bündnis für nachhaltige Textilien, übermittelt durch news aktuell

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