Analphabetismus ist „vererbbar“ / Zum Welttag der Alphabetisierung am 8. September (FOTO)

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Während sich in Bayern und Baden-Württemberg die letzten Kinder
auf den Beginn der Schule vorbereiten oder in den übrigen
Bundesländern schon wieder die Schulbank drücken, ist es vielen
Millionen Kindern verwehrt, in die Schule zu gehen. Darauf weisen die
SOS-Kinderdörfer weltweit zum Welttag der Alphabetisierung (8.
September) hin.

60 Millionen Kinder weltweit können nicht einmal die Grundschule
besuchen. Zusätzlich können rund 200 Millionen Kinder nicht auf eine
weiterführende Schule gehen. Grund dafür ist meist extreme Armut. „In
vielen Ländern der Erde kostet Bildung Geld“, sagt Louay Yassin,
Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit in München. „Viele
Eltern können sich die Schulgebühren nicht leisten. Oder sie leben
sehr weit weg von einer Schule und können den Bus zur Schule nicht
bezahlen.“

Insgesamt 750 Millionen Menschen können weltweit weder lesen noch
schreiben. Etwa die Hälfte aller Analphabeten lebt in Südasien, 27
Prozent in Afrika südlich der Sahara. Nach Auskunft der
Hilfsorganisation ist die Analphabetismus-Rate in Niger weltweit am
höchsten. Dort könnten fast 80 Prozent der Erwachsenen nicht lesen
und schreiben. Es folgen Burkina Faso (71 Prozent) und Sierra Leone
(70 Prozent).

Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer ist Analphabetismus „vererbbar“.
„Wenn schon die Eltern nicht in einer Schule Lesen und Schreiben
lernen konnten, haben ihre Kinder oft auch nicht die Möglichkeit
dazu.“ Somit folge Generation auf Generation ohne Bildung, ohne
Perspektive, meist in großer Armut. Betroffen seien zu zwei Dritteln
Frauen.

„Wenn man diesen Kreislauf durchbricht, hat man sehr schnell eine
Generation, die aufgrund ihrer Ausbildung eine wirtschaftliche
Perspektive hat und auch weniger Kinder bekommt.“ Somit werde mit
Bildung sowohl eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung
angestoßen, als auch die Geburtenraten reduziert. „Überall, wo wir
extrem armen Kindern Bildung ermöglicht haben, konnten wir das über
die Jahre beobachten“, erklärt Yassin.

Die SOS-Kinderdörfer ermöglichen weltweit hunderttausenden Kindern
eine individuell passgerechte Ausbildung sowie Fortbildungen für
junge Erwachsene und Eltern.

Pressekontakt:
Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
E-Mail: louay.yassin@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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