Sahelzone: 400.000 Kinder können nicht in die Schule / SOS-Kinderdörfer warnen vor Bildungskatastrophe (FOTO)

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In der afrikanischen Sahelzone bahnt sich ein Bildungsdrama an. In
der Region schließen nach Angaben der Hilfsorganisation
SOS-Kinderdörfer weltweit immer mehr Schulen. Allein in den am
schlimmsten betroffenen Ländern Mali, Burkina Faso und Niger hätten
seit 2017 fast 2000 Schulen den Betrieb eingestellt, über 400.000
Kindern würde der Zugang zu Bildung vorenthalten, ihnen würde somit
ein „elementares Menschenrecht verwehrt“, sagt Bruno Honvo,
Projektleiter der SOS-Kinderdörfer in Westafrika.

Grund sei, dass terroristische Anschläge sowie Konflikte zwischen
den Ethnien massiv zugenommen hätten. „Die Menschen haben Angst, ihre
Kinder in die Schule zu schicken, denn die Terroristen schrecken
nicht davor zurück, Schulgebäude in Brand zu setzen, viele Lehrer
sind geflohen“, sagt Bruno Honvo. Die Organisation schätzt, dass über
10.000 Lehrerposten in den drei Ländern nicht besetzt sind.

Besonders schlimm sei die Situation in Burkina Faso. In dem
westafrikanischen Krisenstaat haben Terroristen seit 2016 bereits 200
Anschläge verübt. 65.000 Schüler seien hier von Schulschließungen
betroffen, im Norden des Landes hätten gar keine Schulen mehr
geöffnet. Auch in der Region Mopti in Mali sei die Situation
dramatisch. Dort waren noch vor wenigen Wochen bei einem Massaker in
einem Dorf 150 Menschen getötet worden. Zwei Drittel aller Schulen
seien hier geschlossen. „Auch die vorhandenen Schulen sind oft
spärlich besucht, Eltern lassen ihre Schüler aus Sicherheitsgründen
zuhause“, sagt Honvo. Mit verheerenden Folgen für die Kinder.

„Mädchen, die nicht zur Schule gehen, werden oft
zwangsverheiratet, Jungen häufig als Kindersoldaten rekrutiert“, sagt
Honvo. Die Sahelzone, eine ohnehin bitterarme Region, drohe weiter
ins Abseits zu geraten. „Der Bildungsnotstand wird die Krisen noch
verschärfen“, sagt Honvo. Wenn ganze Generationen ohne Bildung
aufwüchsen, hätten die Länder keine Chance, sich aus der Armut und
der daraus resultierenden Abhängigkeit von der Entwicklungshilfe zu
befreien. Schon jetzt lebten die meisten Analphabeten weltweit in
dieser Region.

Die SOS-Kinderdörfer sind seit den 70er Jahren in der Sahelzone
aktiv und setzen sich mit vielen Programmen gezielt für Bildung ein.
In den drei Ländern Burkina Faso, Mali und Niger betreibt SOS
insgesamt acht Schulen, die bislang alle ihren Betrieb fortführen und
von 5000 Kindern und Jugendlichen besucht werden.

Pressekontakt:
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Boris Breyer
Stellvertretender Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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