Badische Neueste Nachrichten: Nukleares Roulette

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Kim Jong Un spielt nukleares Roulette, und der
Rest der Welt stochert im Nebel. Was diese Krise so gefährlich macht,
sind die vielen Unbekannten. Fest steht, dass der junge Autokrat
blufft, wenn er ankündigt, Städte wie Washington oder San Francisco
mit Atombomben auslöschen zu wollen. So weit können seine Raketen
nicht fliegen, da sind sich die Fachleute einig. Zwischen Worten und
Wirklichkeit klafft eine Kluft, nur weiß niemand genau, wie groß sie
ist. Könnte Kim Hawaii angreifen? Oder die amerikanische Pazifikinsel
Guam? Und vor allem: Was treibt ihn, den Konflikt derart eskalieren
zu lassen? Muss sich der unerfahrene Machterbe im eigenen
Führungszirkel beweisen, indem er den ultranationalistischen
Hardliner gibt? Sein Vater, Kim Jong Il, pflegte noch nach halbwegs
rationalem Kalkül zu pokern. Im Tausch gegen Hungerhilfe oder
Öllieferungen war er bereit, über Atompläne zu reden. Sein Sohn
dagegen hat den Nuklearstatus Nordkoreas für nicht verhandlungsfähig
erklärt – und das Weiße Haus in ein tiefes Dilemma gestürzt.
Angetreten mit der Vision einer nuklearwaffenfreien Welt, kann Barack
Obama nichts weniger wollen als einen Rüstungswettlauf im Fernen
Osten. Genau den aber scheint Pjöngjang mit seiner Kriegsrhetorik zu
entfesseln. Damit droht eine Dynamik, die Südkorea womöglich nach
eigenen Atomwaffen streben lässt, statt sich wie bisher auf die
Garantien der Schutzmacht USA zu verlassen. Schon deshalb versichert
Obama den Alliierten in Seoul seiner Bündnistreue, indem er eine
veritable Streitmacht in Richtung koreanische Halbinsel beordert.

Pressekontakt:
Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de

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