BERLINER MORGENPOST: Bezirke müssen besser zahlen / Kommentar von Florian Schmidt zu Personalnot in den Bezirken

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Kurzform: Einer der Hauptgründe für die Personalnot
ist die schlechte Bezahlung auf der kommunalen Bezirksebene. Was
hilft, ist deshalb nur eine Angleichung der bezirklichen Besoldung an
die der Senatsverwaltungen. Wenn das Land Berlin schon nicht mit den
Löhnen konkurrieren kann, die Bundesministerien zahlen, so sollte
sich die – ohnehin fragwürdigen – doppelstufigen Verwaltungsebenen
Berlins nicht gegenseitig das Personal streitig machen. Werbefilmchen
wie ihn der Bezirk Mitte geschnitten hat, sind zwar nett. Am Ende
aber entscheidet sich die Personalfrage zwischen Daumen und
Zeigefinger.

Der vollständige Kommentar: Neu ist das Phänomen nicht, angesichts
des Wachstums Berlins tritt es aber immer deutlicher zutage: Die
Bezirksämter leiden unter starken Personalengpässen, Hunderte Beamte
und Angestellte fehlen. Charlottenburg-Wilmersdorf verhängte jüngst
gar einen Beerdigungsstopp, weil der zuständigen Friedhofsverwaltung
die Mitarbeiter zur Bearbeitung der Bestattungsanträge fehlte. Einer
der Hauptgründe für die Personalnot ist die schlechte Bezahlung auf
der kommunalen Bezirksebene. Im Vergleich zur Entlohnung im
Staatsdienst auf Bundes- und auf Landesebene hinken die Löhne der
Bezirksangestellten stark hinterher. Einfache Sachbearbeiter
verdienen etwa, je nach Stellenausschreibung, bis zu 500 Euro pro
Monat weniger, wenn sie für einen Bezirk arbeiten statt für eine
Senatsverwaltung. Zwar mögen dort die Anforderungen an Mitarbeiter
bisweilen auch höher sein als in den Bezirksämtern und natürlich
müssen anspruchsvollere Jobs besser entlohnt werden. Mit Blick auf
die gesamte Stadt aber taugt dieser Einwand nur bedingt als
Rechtfertigung: Denn gerade die Bezirke sorgen dafür, dass Berlin
funktioniert, ihre Mitarbeiter sind es, die die staatlichen
Dienstleistungen für die Bürger bereitstellen. Umso alarmierender ist
deshalb, dass Stellen in den Bezirksämtern für junge Menschen
zusehends unattraktiver werden – nicht zuletzt aus monetären Gründen.
Was hilft, ist deshalb nur eine Angleichung der bezirklichen
Besoldung an die der Senatsverwaltungen. Wenn das Land Berlin schon
nicht mit den Löhnen konkurrieren kann, die Bundesministerien zahlen,
so sollte sich die – ohnehin fragwürdigen – doppelstufigen
Verwaltungsebenen Berlins nicht gegenseitig das Personal streitig
machen. Werbefilmchen wie ihn der Bezirk Mitte geschnitten hat, sind
zwar nett. Am Ende aber entscheidet sich die Personalfrage zwischen
Daumen und Zeigefinger.

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