Deutsche AIDS-Stiftung: Beratung zu HIV muss intensiviert werden / Aktuelle Schätzung der Zahl der HIV-Neuinfektionen 2019 durch das RKI

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– Zu viele HIV-Infizierte (10.800 Personen) wissen nichts von ihrer Infektion. Nach neuen Zahlen ist die Gruppe (im Vergleich zum Vorjahr) nicht kleiner geworden. – Die Deutsche AIDS-Stiftung ruft deshalb zu intensiverer Beratung durch Ärzte auf. Dazu seien eine Ent-Tabuisierung von HIV und größere Offenheit im Arzt-Patienten-Gespräch wichtig. – Auf immer mehr HIV-positive ältere Menschen muss sich der Pflegesektor schon jetzt einstellen. Die Deutsche AIDS-Stiftung fordert verstärkt Schulungen und Fortbildungen.

Das Robert Koch-Institut legte am Donnerstag seine aktuellen Schätzungen zu den HIV-Zahlen 2019 vor. Erfreulich ist, dass 96 Prozent der mit HIV diagnostizierten Menschen eine antiretrovirale Therapie erhalten. 96 Prozent dieser Therapien verliefen erfolgreich. Dies ist wichtig, da erfolgreich therapierte Menschen das HI-Virus auch beim Geschlechtsverkehr nicht weitergeben können.

Keine Fortschritte gibt es dabei, die Zahl der Menschen, die zwar HIV-infiziert sind, davon aber nichts wissen, zu reduzieren. 2019 lag die Zahl bei 10.800 Personen. Diese Personengruppe muss frühzeitig bei Arztkontakten auf HIV angesprochen und zu einem Test angehalten werden. Ohne Verbesserungen in diesem Bereich werden auch weiterhin zu viele Menschen erstmals positiv auf HIV getestet, wenn sie bereits einen fortgeschrittenen Immundefekt oder das Vollbild Aids entwickelt haben. Ein fortgeschrittener Immundefekt lag 2019 bei 34 Prozent und das Aids-Vollbild bei 15 Prozent der HIV-Erstdiagnosen vor. „Die Deutsche AIDS-Stiftung wünscht sich von allen Mitarbeitenden im Gesundheitswesen mit Patientenkontakten eine größere Offenheit für das Thema HIV und sexuell übertragbare Infektionen,“ sagte Kristel Degener, die Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende. „Wir müssen das Tabu brechen, im Ärzt*in-Patient*innen-Verhältnis zu wenig über riskantes Verhalten beim Sex zu sprechen. So nimmt man den Patient*innen die Chance auf Heilung. Ziel muss es sein, Infektionen rasch zu erkennen und dann ebenso schnell mit einer Therapie zu beginnen.“

Die Deutsche AIDS-Stiftung beobachtet ebenfalls den weiteren Anstieg der Zahl älterer HIV-positiver Menschen. So hat sich die Gesamtzahl der über 40-Jährigen HIV-Positiven seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland verfünffacht. Dies liegt an einer stärkeren Zunahme der Neuinfektionen in dieser Altersklasse und daran, dass HIV-positive Menschen dank der Therapien ein höheres Alter erreichen können. Die Stiftung weist darauf hin, dass diese Menschen in absehbarer Zeit neben der HIV-Infektion auch verstärkt unter altersbedingten Krankheiten leiden werden. Auch die Nachfragen nach ambulanter Pflege oder nach Angeboten des betreuten Wohnens werden sich häufen. Die ambulanten und stationären Einrichtungen müssen sich schon jetzt auf einen vorurteilsfreien Umfang mit HIV-positiven Seniorinnen und Senioren einstellen. Die Mitarbeitenden müssen zu den Themen HIV und vor allem Leben mit HIV ausreichend geschult und immer wieder fortgebildet werden. „Wir haben uns gemeinsam mit der Bundesinteressenvertretung Schwuler Senioren e.V. stark gemacht, um in den Curricula der Pflegeausbildung umfangreicheres Wissen zu HIV, Aids und STI sowie über die Biografien HIV-positiver Menschen zu vermitteln,“ so Kristel Degener. „Damit hoffen wir, die kommenden Generationen von Pflegerinnen und Pflegern besser auf HIV-positive Bewohner*innen vorzubereiten.“

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HIV und Aids sind noch immer nicht heilbar. Täglich infizieren sich tausende Menschen weltweit neu mit dem HI-Virus.

Auch wenn die Infektion heute bei einem rechtzeitigen Therapiebeginn gut behandelt werden kann, bleibt sie eine unheilbare Krankheit. Zudem gibt es noch immer viele Vorurteile gegenüber Menschen mit HIV.

Seit über drei Jahrzehnten ist es die Aufgabe der Deutschen AIDS-Stiftung, HIV und Aids zu beenden und HIV-infizierten und an Aids erkrankten Menschen zu helfen. Deshalb fördern wir nationale und internationale Projekte zur Prävention, Teilhabe und Integration sowie zur Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung. Wir engagieren uns auch gegen die Begleiterkrankungen von HIV sowie gegen weitere sexuell übertragbare Infektionen. Wir finanzieren unsere Arbeit vornehmlich aus privaten Mitteln.

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