Frau S. will sterben / Dokumentation zum Themenabend „Selbstbestimmtes Sterben“ im Ersten am 2. Oktober 2017, 21:45 Uhr / Film von Ulrich Neumann und Sebastian Bösel (FOTO)

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Muss eine schwere Krankheit mit unerträglichen Leiden wirklich bis
zum Ende ertragen werden? Oder sollen schwerstkranke Menschen die
Möglichkeit haben, mit Hilfe anderer ihrem Leben ein Ende zu setzen?
Die Dokumentation „Frau S. will sterben – Wer hilft am Lebensende?“
am 2. Oktober, 21:45 Uhr im Ersten geht diesen Fragen nach.

Frau S. ist 78 Jahre alt und „multimorbid“, wie Ärzte das nennen.
Zeit ihres Lebens litt sie unter den Folgen einer damals noch nicht
behandelbaren Kinderlähmung. Jetzt im Alter wird ihr das Leben mehr
und mehr zur Qual, sagt sie. Sie hat beschlossen, ihm selbstbestimmt
ein Ende zu setzen. Jetzt, bevor ihre Kräfte weiter nachlassen und
sie unter Umständen den Becher mit dem Schlafmittel und der tödlichen
Substanz nicht mehr selbst trinken kann. Nichts könne sie von ihrem
Wunsch abbringen, sagt sie.

Experten: Neues Gesetz schafft keine Klarheit Der Sohn von Frau S.
ist der Einzige, der ihr dabei helfen kann. Denn Ende 2015 beschloss
der Deutsche Bundestag das „Gesetz zur Strafbarkeit der
geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“. Aktivitäten von
Sterbehelfern werden in Deutschland dadurch unmöglich gemacht. Auch
Ärzte, die bei einem solchen Suizid helfen, laufen Gefahr, sich
strafbar zu machen. Eigentlich sollte mit dem Gesetz Rechtsklarheit
geschaffen werden. Doch Ärzte und Juristen äußern massive Kritik. Der
Palliativmediziner Prof. Ralf Jox von der
Ludwig-Maximilians-Universität München bezeichnet im ARD-Film die
Neuregelung als eines der „schlechtesten Gesetze im Bereich der
Biopolitik“ und fährt fort: “ Es ist ein Gesetz, was die Falschen
bestraft, was Angehörige belastet, was Patienten belastet.“

Verfassungsmäßig nicht tragfähig? Der ehemalige Vorsitzende
Richter am Bundesgerichtshof Prof. Thomas Fischer zweifelt zudem an
der Verfassungsmäßigkeit des neuen Strafrechtsparagraphen: Er
erschwere ärztliche Betreuung von Schwerstkranken am Lebensende,
indem es die Ärzte bedrohe: „Zumindest, dass es keine Ausnahmen gibt
und zumindest diese kompromisslose Härte, in der das Gesetz das
durchzieht, halte ich verfassungsmäßig nicht tragfähig“, sagt Fischer
im Interview. Mittlerweile liegen mehrere Verfassungsklagen gegen das
neue Gesetz vor.

Wer hilft am Lebensende? Sollen Patienten mit schwersten Leiden
nicht doch die Hilfe eines Arztes in Anspruch nehmen dürfen beim
selbstbestimmten Ende? Der Film von Ulrich Neumann und Sebastian
Bösel zeigt, dass diese Fragen immer noch nicht zufriedenstellend
beantwortet sind. Die Dokumentation im Ersten läuft im Anschluss an
den Spielfilm „Die letzte Reise“ mit Christiane Hörbiger, der sich
ebenfalls mit dem Thema Sterbehilfe befasst.

Film vorab für akkreditierte Journalisten in Kürze auf
presseportal.SWR.de und auf presse.daserste.de

Fotos über ARD-Foto.de.

Pressekontakt: Sibylle Schreckenberger, Tel.: 06131 929 32755,
Sibylle.Schreckenberger@SWR.de

Original-Content von: SWR – Das Erste, übermittelt durch news aktuell

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