Ifo-Institut kritisiert Unionsvorschlag einer „Generationenrente“: Lenkt vom eigentlichen Problem ab

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Ifo-Institut kritisiert Unionsvorschlag einer „Generationenrente“: Lenkt vom eigentlichen Problem ab

Forscher warnt vor Doppelbelastung der erwerbsfähigen Generation und zusätzlichen Verpflichtungen gegenüber der Rentenversicherung – „Entlastung erst in rund 70 Jahren“

Osnabrück. Die Ankündigung einer „Generationenrente“ im Wahlprogramm von CDU und CSU stößt bei Wirtschaftsforschern auf deutliche Vorbehalte. Ifo-Experte Joachim Ragnitz warnte im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vor einer Doppelbelastung der erwerbsfähigen Generation. Diese müsste nach seinen Worten sowohl für die Alterssicherung der aktuellen Rentner Steuern und Beiträge zahlen als auch für den Aufbau des Kapitalstocks für die späteren Rentner. „Das spricht eindeutig gegen den Vorschlag der Unionsparteien“, so Ragnitz.

Der stellvertretende Leiter der Ifo-Niederlassung in Dresden betonte zudem, der Vorschlag der Union erhöhe die staatlichen Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Rentenversicherung. „Eine entlastende Wirkung auf die gesetzliche Rentenversicherung würde hingegen erst dann eintreten, wenn die Personen, die die Generationenrente erhalten, in den Ruhestand wechseln, also erst in rund 70 Jahren.“ Die großen Probleme der Rentenversicherung durch die demografische Entwicklung entstünden aber schon viel früher, ab 2030. „Und dafür liefert der Vorschlag überhaupt keine Lösungen.“

Der Wirtschaftsforscher bekräftigte zugleich die Forderung vieler Wissenschaftler nach einem höheren Renteneintrittsalter. „Ich glaube, es führt kein Weg daran vorbei, dass wir länger arbeiten, wenn die Lebenserwartung steigt.“ Ragnitz betonte: „Die Politik muss entscheiden: Entweder sie senkt das Rentenniveau, oder sie erhöht die Beitrags- und Steuerbelastung der Erwerbsfähigen – beides ist unerwünscht. Oder sie verlängert die Lebensarbeitszeit, was ebenfalls unerwünscht ist. Das ist ein Dilemma, aber trotzdem braucht es Entscheidungen.“ Insoweit lenke der CDU/CSU-Vorschlag vom eigentlichen Problem ab.

Die Union will laut ihrem gerade vorgestellten Wahlprogramm eine „Altersvorsorge von Geburt an“ prüfen. Ihr schwebt ein Pensionsfonds vor, in den der Staat monatlich einen bestimmten Betrag einzahlt. Eine genau Höhe oder Laufzeit nennt das Programm nicht.

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