Mitteldeutsche Zeitung zu Corona und Demokratie

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Der Blick nach draußen demonstriert außerdem, dass autoritäre Staaten sich mit der Coronakrise bloß dem Anschein nach leichter tun. Dort treten an die Stelle adäquater Krisenbekämpfung nicht selten Dilettantismus und Vertuschung. So wurde in der Türkei bis zuletzt behauptet, es gebe im Land lediglich 47 Infizierte. Auch die autoritär gesinnten Präsidenten der USA und Brasiliens, Donald Trump und Jair Bolsonaro, stoßen gerade an die Grenzen der Realität. Gewiss wird die Exekutive in diesen Zeiten wichtiger denn je – und damit der Staat. Dies gilt nicht zuletzt ökonomisch. Wenn weite Teile der Wirtschaft faktisch lahm gelegt werden, wird der öffentliche Sektor täglich wichtiger. Man darf die Essenz des demokratischen Rechtsstaates aber nicht einfach so preisgeben, sondern allenfalls einfrieren. Wir werden ihn mit Sicherheit noch brauchen.

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