NABU zum Natura 2000-Tag: Weltweit größtes Schutzgebietsnetzwerk sichern

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Mit Blick auf die künftige Ausrichtung der
europäischen Umweltpolitik hat der NABU die Kandidaten der Parteien
aufgefordert, sich für mehr Naturschutz in der EU einzusetzen und das
EU-weite Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 weiter für einen
dauerhaften Artenschutz voranzutreiben.

„Wir wünschen uns vom neuen EU-Parlament den Startschuss für eine
Naturschutzoffensive. Wir brauchen mehr Kontrollen, Personal und
Geld. Sonst droht der Artenvielfalt auch in Deutschland der Kollaps“,
sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke am Mittwoch anlässlich des
jährlichen „Gründungstages“ von Natura 2000 und wenige Tage vor der
Europawahl in Berlin. Das EU-weite Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000
sei eine herausragende Errungenschaft und das größte zusammenhängende
Schutzgebietsnetzwerk weltweit.

Am 21. Mai 1992 wurde die Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) Richtlinie
von den Mitgliedstaaten der EU beschlossen. Sie haben sich daher zu
strengen Artenschutzregelungen und der Ausweisung von Schutzgebieten
verpflichtet, die inzwischen über 26.000 Natura-2000-Gebiete (fast
20 Prozent der EU-Landfläche) umfassen. Von EU, Bund und Ländern
erwartet der NABU jetzt eine Initiative, um die meist nur auf der
Landkarte ausgewiesenen Gebiete auch effektiv zu schützen. Nur durch
eine Stärkung der Naturschutzpolitik könne das EU-Ziel, den Rückgang
der Artenvielfalt bis zum Jahr 2020 zu stoppen, überhaupt noch
erreicht werden. „Die nächste Legislaturperiode des EU-Parlaments
wird zeigen, wie ernst man es mit dem Naturschutz wirklich meint“, so
Tschimpke.

Die meisten der in Deutschland über 5.000 Natura-2000-Gebiete
seien unzureichend geschützt und völlig unterfinanziert.
Beispielsweise tolerieren die Behörden nach Studien des NABU
vielerorts immer noch das Umpflügen von EU-rechtlich geschützten
artenreichen Wiesen, während Landwirte, die naturfreundlich
wirtschaften, zu wenig EU-Fördermittel zugewiesen bekommen. Dies ist
ein wesentlicher Grund für den dramatischen Rückgang von Wiesenvögeln
wie Kiebitz und Uferschnepfe. Das belegen auch die jüngst vorgelegten
Zahlen der Bundesregierung zur „Lage der Natur“.

Der NABU hat deshalb bereits im April zwei formelle Beschwerden
bei der EU-Kommission gegen Bund und Landesregierungen eingelegt.
„Deutschland ist schon vor Jahren wegen der zögerlichen Ausweisung
der Natura-2000-Gebiete vom Europäischen Gerichtshof (EuGH)
verurteilt worden. Jetzt geht es mit der rechtlicher Sicherung und
Kontrollen der Gebiete nicht voran, und erneut drohen Verfahren der
EU-Kommission“, warnt Konstantin Kreiser, NABU-Experte für
Internationale Biodiversitätspolitik.

Am heutigen 21. Mai, dem EU-weiten Natura-2000-Tag, fordern
Umweltverbände in der ganzen EU die Kandidaten für das Europäische
Parlament auf, sich für EU-Schutzgebiete einzusetzen. Im Internet
präsentiert der NABU die deutschen Kandidaten, die sich dazu bisher
bekannt haben (www.nabu.de/natura-2000-aktion). Europaweit können
sich Unterstützer noch diese Woche unter www.natura2000day.eu an der
Aktion beteiligen.

Auf dem NABU-Europatalk wurden auch die Ergebnisse einer großen
wissenschaftlichen Studie es NABU-Dachverbands BirdLife
International, der London Zoological Society sowie des European Bird
Census Council zur Rückkehr verschiedener Tierarten nach Europa
vorgestellt: Danach waren Natura 2000 und andere Naturschutzvorgaben
der EU ein wesentlicher Faktor bei der Rettung von den untersuchten
knapp 40 Vogel- und Säugetierarten. „Mit den EU-Naturschutzgesetzen
haben wir erstklassige Instrumente. Es wäre unverantwortlich, sie
nicht konsequenter gegen das Artensterben einzusetzen“, so der
NABU-Präsident.

Studie „Wildlife Comeback in Europe“:
http://www.nabu.de/themen/naturschutz/eunaturschutz/16212.html
Zustandsbericht zur Lage der Natur: http://www.nabu.de/themen/natursc
hutz/naturschutzindeutschland/16654.html

Im Internet zu finden unter www.NABU.de

Originaltext vom NABU

Pressekontakt:
Konstantin Kreiser, NABU-Experte für Internationale
Biodiversitätspolitik, mobil 0172-4179730

NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de

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