Neue Kritik an JVA Diez / Ermittlungsverfahren gegen Anstaltsärzte wegen Köperverletzung im Amt und wegen fahrlässiger Tötung / „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“ am 12.4.2018, 20:15 Uhr im SWR Fernsehen

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Wie das SWR-Politikmagazin „Zur Sache
Rheinland-Pfalz!“ heute Abend, Donnerstag, 12. April 2018, berichtet,
stehen der aktuelle sowie der vormalige Anstaltsarzt der
Justizvollzugsanstalt Diez massiv in der Kritik. Ihnen wird
vorgeworfen, Gefangene nicht oder nachlässig behandelt zu haben. Ein
Gefangener soll wegen fehlerhafter Behandlung in seiner Zelle
gestorben sein. Mehrere Insassen der Haftanstalt hatten sich
diesbezüglich an den SWR gewandt.

In einem Interview sagt ein Gefangener dem Politikmagazin: „Da
sind verschiedene Sachen vorgefallen. Da sind Leute, die Medikamente
gebraucht haben, haben sie dann nicht gekriegt, weil sie sie
angeblich nicht brauchten oder haben andere gekriegt. Ein Gefangener,
der lag in der Zugangsabteilung mit einer Thrombose, wo der Herr
Doktor sagte, es wäre keine Thrombose, und er ist dann letztendlich
aber daran gestorben.“

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Koblenz hat gegenüber „Zur
Sache Rheinland-Pfalz!“ den Vorfall bestätigt. In einem schriftlichen
Statement dazu heißt es: „Gegen den derzeitigen Anstaltsarzt der JVA
Diez ist bei der Staatsanwaltschaft Koblenz ein Ermittlungsverfahren
wegen fahrlässiger Tötung eines am 18.10.2017 in seinem Haftraum tot
aufgefundenen Gefangenen anhängig. Nach dem Obduktionsergebnis könnte
ein Zusammenhang mit einer Thrombose im rechten Bein bestehen.“

Weiter nimmt die Staatsanwaltschaft auch Bezug auf Vorwürfe gegen
einen früheren Arzt. Sie schreibt: „Gegen den vorletzten Anstaltsarzt
der JVA Diez sind bei der Staatsanwaltschaft Koblenz vier
Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt anhängig […].

Recherchen des SWR haben ergeben, dass dem Arzt inzwischen
gekündigt wurde. Rechtsanwälte wie der Mainzer Strafverteidiger Olaf
Langhanki äußern sich insgesamt entsetzt über die medizinische
Behandlung in der JVA Diez. Diese sei eine Katastrophe. Der Anwalt
vertritt mehrere Insassen in Diez. Langhanki berichtet von einem
Vorfall, den er selbst erlebt habe: „Es ist zum Beispiel ein Fall
gewesen, bei dem bei einem Gefangenen der Verdacht eines Hodentumors
im Raum stand. Da hat es sehr, sehr lange gedauert, bis die
erforderliche fachärztliche Untersuchung endlich einmal bewilligt
wurde. Und man muss dazu sagen, dass das Ganze nur funktioniert, weil
von anwaltlicher Seite erstens einmal massiv interveniert wurde und
zweitens weil auch von Seiten eines Beamten von der JVA entsprechend
eingegriffen wurde. In dem Fall ist es so gewesen, dass der Beamte
sich sehr stark dafür engagiert hat, dass eine ordentliche
Untersuchung stattfindet.“

Die Justizvollzugsanstalt wollte sich wegen der laufenden
Ermittlungen zu den Vorgängen nicht äußern. Das Justizministerium
hält die Vorgänge für Einzelfälle.

Zitate gegen Quellenangabe „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ frei. Der
Beitrag läuft heute Abend, 12. April 2018, ab 20:15 Uhr im
Politikmagazin „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“ des SWR Fernsehens.

Original-Content von: SWR – Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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