Neue Westfälische (Bielefeld): Fahrerflucht nimmt weiter zu Genau hinsehen Matthias Bungeroth

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Dieser Fall ist besonders gravierend: In der
Nacht zu Pfingstsonntag überquert eine 62-jährige Fußgängerin eine
Straße in Lemgo. Sie wird von einem Auto erfasst, in den Graben
geschleudert und stirbt wenig später noch am Unfallort. Der
Unfallverursacher verschwindet einfach. Zeugenaussagen, Splitter
eines Scheinwerfers und Medienberichte machen später den öffentlichen
Druck offenbar zu groß. Ein 21-jähriger Mann stellt sich tags darauf
der Polizei und gesteht, zur Unfallzeit auf der fraglichen Straße
unterwegs gewesen zu sein. Ein Fall, der zeigt, dass solche Delikte
kein Kavaliersdelikt sind. Paragraf 142 des Strafgesetzbuches belegt
das unerlaubte Entfernen vom Unfallort denn auch mit Geldstrafen,
Punkten in der Flensburger Verkehrssünderdatei, Fahrverbot oder sogar
einer Gefängnisstrafe. Dem Risiko eines Strafverfahrens setzt sich in
jedem Falle auch der aus, der „nur“ einen kleinen Sachschaden beim
Ein- oder Ausparken an einem benachbarten Fahrzeug verursacht. Da
diese Delikte den größten Teil der Fahrerfluchten ausmachen, ist
davon auszugehen, dass nicht jeder Autofahrer oder jede Autofahrerin
dieses auch weiß. Selbst der berühmte Zettel unter dem
Scheibenwischer reicht nicht aus, um sich dem Risiko eines
Strafverfahrens zu entziehen. Doch das Elektronikzeitalter macht es
zunehmend leichter, die Polizei in Kenntnis zu setzen, wenn ein
„Parkrempler“ passiert ist. Fast jeder hat heutzutage ein Handy
dabei, die 110 ist schnell gewählt, wenn ein Unfall beobachtet wird.
Deshalb steigen seit einiger Zeit zumindest die Aufklärungsquoten bei
Fahrerfluchtdelikten mit Personenschäden. Denn in vielen Fällen –
siehe der Unfall von Lemgo – helfen Zeugenaussagen weiter, auf die
Spur der Unfallverursacher zu kommen. Dass dies notwendig ist,
beweist nicht nur dieser Fall, sondern auch die Tatsache, dass alle
Polizeibehörden in Ostwestfalen-Lippe jeden Tag etliche ähnliche
bearbeiten. Mit Unfällen verbunden sind nicht nur oft hohe
Sachschäden, sondern auch menschliche Schicksale. Hinzusehen hilft,
die Folgen abzumildern und Tatverdächtige zu fassen.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
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